Mindestens 25 Tote bei Anschlag auf Moschee in Westafghanistan

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in der westafghanischen Stadt Herat sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Das sei die Zahl der Leichen, die bisher im grössten Regierungsspital der Stadt angekommen seien.
01.08.2017 20:35

Dies sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums der Provinz, Rafik Schersad, am Dienstagabend (Ortszeit). Auch 35 Verletzte seien dorthin gebracht worden. Man versuche noch herauszufinden, wieviele Tote und Verletzte in anderen, privaten Kliniken gelandet seien. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Der Sender Tolo TV berichtete, es handle sich um eine schiitische Moschee. Wer hinter der Tat steckt, blieb zunächst unklar. In den vergangenen Monaten haben Kämpfer der radikalsunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor allem in der Hauptstadt Kabul wiederholt schiitische Moscheen und Versammlungen der schiitischen Minderheit der Hasara angegriffen.

Die IS-Miliz hatte auch einen ähnlichen Anschlag in Kabul im Juni für sich beansprucht. Damals hatten Polizisten die Attentäter abgefangen und in der Moscheeküche erschossen. Dennoch starben sechs Menschen. Erst am Montag hatten IS-Kämpfer in Kabul die irakische Botschaft angegriffen. Die IS-Miliz muss im Irak schwere Verluste hinnehmen.

Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes Ende 2014 rasant. In Kabul allein gab es seit Januar elf grosse Anschläge, in denen mehr als 1000 Menschen getötet und verletzt wurden.

(SDA)