Mindestens 35 Zivilisten bei Angriff auf Klinik getötet

Die radikalislamischen Taliban haben in Afghanistan einen verheerenden Angriff auf ein Spital im Zentrum des Landes verübt. Bei der Attacke auf die Klinik in der Provinz Ghor wurden am Sonntag mindestens 35 Menschen getötet, wie ein Präsidentensprecher mitteilte.
24.07.2017 13:35

Der Angriff auf das Spital sei ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gewesen. Der Sprecher von Staatschef Aschraf Ghani sagte weiter, alle im Spital Getöteten seien Zivilisten.

Zunächst war nicht klar, ob es sich bei den Opfern um Mitglieder des medizinischen Personals oder um Patienten handelte. Das Präsidialamt bestätigte mit seinen Angaben erste Berichte vom Sonntag aus der abgelegenen Region, in der sich der Angriff ereignete.

Ein Mitglied des Provinzrates von Ghor, Abdul Basir Kaderi, hatte bereits am Sonntag von dem Angriff berichtet. Nach seinen Angaben waren unter den Getöteten Ärzte und Patienten, darunter auch Kinder. "Was haben die Kinder diesen Leuten getan?", fragte er.

In der Hauptstadt Kabul wurden am Montagmorgen mindestens 26 Menschen bei einem Anschlag mit einer Autobombe getötet. Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, am Montag. Zuletzt war von 24 Toten die Rede.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden ausserdem 42 Verletzte in Spitäler gebracht. Der Sprecher des Innenministeriums, Nadschib Danisch, sagte, es habe sich um eine Autobombe gehandelt, die auch den Fahrer des Wagens getötet habe. Drei weitere Fahrzeuge und 15 Geschäfte wurden zerstört.

Der Anschlag ereignete sich während des Berufsverkehrs in einem mehrheitlich von der schiitischen Hasara-Minderheit bewohnten Stadtteil im Westen Kabuls. Nach ersten Erkenntnissen detonierte die Bombe nahe dem Haus des stellvertretenden Regierungsgeschäftsführers, Hadschi Mohammed Mohakek.

Die Taliban bekannten sich auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter auch zu diesem Angriff und erklärten, sie hätten einen Bus getroffen, der Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes transportiert habe. Zahlreiche Augenzeugen berichteten jedoch, im Bus hätten zum grössten Teil Zivilisten gesessen.

(SDA)