Mindestens 40 Dschihadisten bei Raketenangriff in Idlib getötet

Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer neuen Waffenruhe sind in der umkämpften Provinz Idlib im Nordwesten Syriens nach Angaben von Aktivisten mindestens 40 Dschihadisten bei einem Raketenangriff getötet worden.
31.08.2019 21:55

Der Angriff am Samstag habe einem Treffen von Anführern mehrerer Dschihadistengruppen in einem Trainingslager gegolten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien mit.

Der Angriff habe sich nördlich von Idlib zwischen den Ortschaften Kafaria und Maarat ereignet. Dabei sollen auch zwei hochrangige Kommandanten der Dschihadistenmiliz Hurras al-Din (Hüter der Religion) getötet worden sein, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet ist, hiess es aus Kreisen von Rebellen in Idlib.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Unklar blieb auch, ob die Raketen von Kampfflugzeugen oder von militärischen Stellungen am Boden abgefeuert wurden. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort, von unabhängiger Seite sind sie kaum zu überprüfen. Am Samstagmorgen war eine neue Waffenruhe in der umkämpfen Rebellenbastion Idlib in Kraft getreten.

Die Rebellen in Idlib hatten sich sowieso skeptisch gezeigt. Sie vermuteten, dass die syrische Armee die Feuerpause nutzen könnte, um Verstärkungen an die Front zu bringen. Zuletzt waren Waffenruhen in der Rebellenprovinz immer wieder gebrochen worden und hielten nur kurz.

Die Provinz Idlib im Nordwesten von Syrien und westlich von Aleppo ist das letzte grosse Rebellengebiet im Bürgerkriegsland. Es wird überwiegend von islamistischen Milizen kontrolliert. Nach Schätzungen leben rund drei Millionen Menschen in der Gegend. Die syrische Armee geht - mit russischer Unterstützung - seit April mit einer Offensive gegen die Rebellen in der Provinz vor.

(SDA)