Mindestens drei Tote bei Erdbeben in Myanmar - Tempel beschädigt

Ein starkes Erdbeben hat Myanmar erschüttert und nach offiziellen Angaben mindestens drei Todesopfer gefordert. Beschädigt wurden auch die teilweise mehr als tausend Jahre alten Tempel von Bagan, die wichtigste Touristenattraktion des Landes.
24.08.2016 16:34

Auch das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Naypyitaw sei zu Schaden gekommen, berichtete das Nachrichtenmagazin Mizzima am Mittwoch.

"Zuerst haben wir uns unter den Tischen versteckt. Als der Boden zum zweiten Mal bebte, sind wir alle nach draussen gelaufen. Wir hatten furchtbare Angst", Susanna Hla Hla Soe, Abgeordnete der Nationalen Liga für Demokratie (NLD).

Das Beben war lokalen Medienberichten zufolge auch in den umliegenden Ländern Indien, Bangladesch, Nepal und Thailand zu spüren.

Mindestens 20 Menschen seien verletzt worden, als Arbeiter in der Stadt Sabhar in Bangladesch, 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka, panisch aus einem Gebäude flohen.

In der indischen Millionenmetropole Kolkata (Calcutta) in Westbengalen wurde der U-Bahnverkehr vorübergehend stillgelegt. In Kolkata und Patna seien Menschen aus Häusern und Büros gelaufen, hiess es.

Das Erdbeben um etwa 12.35 Uhr (MESZ) hatte nach Angaben des Geophysischen Instituts Potsdam bei Berlin eine Stärke von 7,0 und lag in 91 Kilometern Tiefe. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach von 6,8 und einer Tiefe von 84,1 Kilometern. Das Zentrum liege 25 Kilometer westlich der Stadt Chauk im mittleren Teil des südostasiatischen Landes, nordwestlich der neuen Hauptstadt Naypyidaw.

Von den Erschütterungen wurden Berichten zufolge unter anderem die Tempelanlagen von Bagan beschädigt. Sie bestehen aus rund 3000 Bauten aus dem 9. bis 14. Jahrhundert. Die Tempel-Ebene 650 Kilometer nördlich der Hafenstadt und früheren Hauptstadt Rangun (heute: Yangon) ist die bedeutendste Touristenattraktion des Landes.

Ein Touristenführer aus der Gegend, schätzt, dass etwa 50 Tempel in Mitleidenschaft gezogen wurden. Vor allem die Spitzen der Steingebäude seien betroffen.

(SDA)