Mindestlohngegner Puzder soll Trumps Arbeitsminister werden

Andrew F. Puzder, Chef der Burgerkette CKE Restaurants, soll Arbeitsminister im Kabinett Donald Trumps werden. Der 66-Jährige sei der ideale Kandidat für den Posten, weil er als Unternehmer tausende von Arbeitsplätzen geschaffen habe, teilte Trump am Donnerstag mit.
09.12.2016 01:02

Der mächtige Manager Puzder hatte Trump schon im Wahlkampf unterstützt. Er wandte sich gegen Barack Obamas Gesundheitsversicherung Affordable Care Act ("Obamacare"). Er ist auch vehement gegen einen staatlichen Mindestlohn, der höher als neun Dollar pro Stunde liegt, weil dies der Profitabilität schade.

Die "New York Times" meinte, Puzder habe mit Arbeitnehmerrechten nicht viel am Hut. Das "Wall Street Journal" schrieb, er habe sich in seinem Unternehmen besonders als Gegner jeglicher Regulierungen seitens der Regierung hervorgetan.

CKE Restaurants ist das Dachunternehmen für die Burgerketten Carls Jr. und Hardee's. Alles in allem zählt der Konzern rund 75'000 Beschäftigte in den USA und etwa 100'000 in 40 Ländern und US-Territorien weltweit. Der Umsatz liegt laut "Wall Street Journal" bei etwa 4,3 Milliarden US-Dollar.

Laut einer Umfrage bekommt Trump für die Auswahl seines Kabinetts weniger Zustimmung als frühere Präsidenten. In der Erhebung des Pew Research Instituts gaben 51 Prozent an, sie missbilligten die bisher Nominierten. Dagegen erklärten 40 Prozent, sie seien mit der Liste des designierten Präsidenten einverstanden.

Trumps demokratischer Vorgänger Obama kam 2008 auf 71 Prozent Zustimmung. Bei dem Republikaner George W. Bush waren es 2001 50 Prozent. Die Umfrage lief vom 30. November bis zum 5. Dezember und damit vor der Benennung Puzders und des Ex-Generals John Kelly als zukünftiger Minister für Innere Sicherheit.

Trump ist in der Besetzung der Kabinettsposten schneller als die meisten seiner Vorgänger. Er hinkt aber nach einem Bericht von "Politico" bei wichtigen Posten in der Regierungsbürokratie deutlich hinterher. Unter Berufung auf eine Reihe nicht namentlich genannter Quellen im Weissen Haus, in Ministerien und Regierungsbehörden berichtete das Portal, Vertreter der Regierung Barack Obamas seien darüber sehr irritiert.

Trumps Ansehen generell stieg laut Umfrage. 35 Prozent der Befragten erklärten, der Republikaner werde ein grossartiger oder guter Präsident sein. Im Oktober hatten das nur 25 Prozent gesagt. Aber 38 Prozent gehen davon aus, dass er ein schlechter Präsident sein wird.

(SDA)