Missbrauchsvorwürfe: Papst-Vertrauter Pell plädiert auf unschuldig

Der australische Kardinal George Pell hat bei einer ersten Anhörung vor Gericht in Melbourne alle Missbrauchsvorwürfe zurückgewiesen. Sein Anwalt sagte dem Gericht am Mittwoch: "Kardinal Pell wird bezüglich aller Vorwürfe auf unschuldig plädieren."
26.07.2017 08:46

Für ihn gelte die Unschuldsvermutung. Der 76-Jährige war im Gerichtssaal bei der nur fünf Minuten dauernden Verhandlung anwesend, sagte selbst aber nichts. Richter Duncan Reynolds setzte als Termin für die nächste Anhörung den 6. Oktober fest.

Pell gilt als einer der engsten Vertrauten von Papst Franziskus. Er steht unter Verdacht, sich als junger Pfarrer in seiner Heimat vor Jahrzehnten an Kindern vergangen zu haben. Das hatte Pell bereits zurückgewiesen.

Sein Amt als Finanzchef des Vatikans - inoffiziell die Nummer drei der Hierarchie - legte er trotzdem nieder. Von Papst Franziskus liess er sich Ende Juni beurlauben. Zuvor hatte die australische Justiz nach langen Voruntersuchungen ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Pell ist bislang der höchste katholische Würdenträger, gegen den wegen Kindesmissbrauchs ermittelt wird.

Die australischen Behörden äusserten sich nicht näher dazu, was genau dem Kardinal vorgeworfen wird. In der Vergangenheit hatte es jedoch mehrfach Beschwerden gegeben, die in seine Zeit als Priester in der Gemeinde Ballarat (1976-1980) und als Erzbischof in Melbourne (1996 - 2001) zurückreichen. So wurde ihm zur Last gelegt, mehrere Jungen sexuell belästigt zu haben.

(SDA)