Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Spitaleinweisung

Ab dem 60. Altersjahr landen in der Schweiz zwei von zehn Personen mindestens einmal jährlich im Spital. Wegen der steigenden Lebenserwartung erfolgt der Spitaleintritt jedoch immer öfter erst in höherem Alter.
22.09.2017 13:10

Zwischen 2010 und 2015 nahm die Zahl der Hospitalisierungen von Patienten ab 60 Jahren um rund 10 Prozent zu, wie aus einer Publikation des Bundesamtes für Statistik (BFS) vom Freitag hervorgeht. Mit über 660'000 betraf 2015 mehr als die Hälfte aller Spitalaufenthalte diese Altersklasse. Dies, obwohl nur ein Viertel der Schweizer Bevölkerung 60-jährig oder älter ist.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Spitaleinweisung, wobei es bei den Männern generell grösser ist als bei den Frauen. Die höchsten Hospitalisierungsraten werden bei den 90- bis 94-Jährigen beiderlei Geschlechts verzeichnet: Bei den Männern kommen auf 1000 Personen 709 stationäre Spitalaufenthalte, bei den Frauen 568.

2006 hatte die Höchstrate noch bei der Altersklasse der 85- bis 89-Jährigen gelegen. Dass stationäre Spitalaufenthalte in einem zunehmend höheren Alter erfolgen, lässt sich gemäss BFS teilweise mit der steigenden Lebenserwartung in guter Gesundheit erklären, ferner mit einer veränderten ärztlichen Praxis, bei der Eingriffe auch in einem höheren Alter durchgeführt werden.

Männer ab 60 Jahren werden am häufigsten wegen Herzkreislaufkrankheiten hospitalisiert. Bei Frauen stehen bis zum Alter von 79 Jahren Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems im Vordergrund. Ab 80 Jahren führen Herzkreislaufkrankheiten und Verletzungen die Rangliste der häufigsten Diagnosen bei den Frauen an.

Sämtliche Krankheiten treten bei Personen ab 60 häufiger auf als bei jüngeren Personen. Einzige Ausnahmen sind psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen. Sie sind bei den 60- bis 79-Jährigen seltener die Ursache für eine Hospitalisierung als bei den 20- bis 59-Jährigen.

2015 konnten über 80 Prozent der hospitalisierten Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 60 und 64 Jahren nach Hause entlassen werden. Mit fortschreitendem Alter sinkt dieser Anteil und beträgt ab 90 Jahren noch 44 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der Personen, die in ein Alters- und Pflegeheim übertreten, zwischen 60 und 90 Jahren von 2 auf 27 Prozent.

Von den 60- bis 64-Jährigen überlebten 2015 knapp 2 Prozent den Spitalaufenthalt nicht, was 23'000 Personen entspricht. Bis zum Alter von 95 Jahren und mehr steigt diese Rate auf fast 10 Prozent. Von allen 60-bis 79-Jährigen stirbt über die Hälfte im Spital. Ab 80 Jahren sinkt dieser Anteil vor allem bei den Frauen rapide, was auf den allmählichen Eintritt in ein Pflegeheim zurückgeführt wird.

(SDA)