Mittwoch, 24. Oktober 2018

VERPACKUNG: Hinter einem Grossaktionär des Schweizer Verpackungskonzern SIG steckt Insidern zufolge dessen grösster Konkurrent. Beim Börsengang des Unternehmens Ende September erwarb die in Singapur ansässige Winder Investment einen Anteil von sechs Prozent. Hinter der Gesellschaft stehen die Geschwister Kirsten, Finn und Jörn Rausing, wie drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die drei Milliardäre kontrollieren das schwedische Familienunternehmen Tetra Laval, den Weltmarktführer im Bereich Getränke-Kartonverpackungen. Mit der Marke Tetra Pak erwirtschaftet der Konzern einen Umsatz von 11,5 Milliarden Euro, rund sieben Mal mehr als SIG.
24.10.2018 17:00

ENERGIE: Der bernische Energiekonzern BKW stärkt seine Position im Markt der Ingenieursdienstleistungen: Er übernimmt vier weitere Ingenieurbüros in Deutschland und Österreich, die insgesamt fast 400 Mitarbeitende beschäftigen. Laut Communiqué vom Mittwoch haben zwei der Unternehmen ihren Sitz in Leipzig, eines in Norderstedt bei Hamburg und eines in Graz. Sie sollen die Position der BKW in den Bereichen technische Gebäudeausrüstung, Verkehrsplanung und Generalplanung stärken.

ALPTRANSIT: Die Arbeiten am Ceneri-Basistunnel sind auf Kurs. Zurzeit erfolgt der Einbau der Fahrleitung, der elektrischen Anlagen für die Stromversorgung, der Telekommunikationsanlagen, der Leittechnik und der Sicherungsanlagen. Bereits sind über 30 Prozent dieser bahntechnischen Anlagen installiert, wie die Alptransit AG am Mittwoch bekannt gab. Die Einbauarbeiten der bahntechnischen Anlagen sollen im Sommer 2019 abgeschlossen werden. Ab März 2020 laufe dann ein Testbetrieb. Gemäss Bauprogramm wird der Ceneri-Basistunnel im Dezember 2020 für den fahrplanmässigen Bahnbetrieb bereit stehen.

DETAILHANDEL: Walter Huber und Hansueli Siber treten aus der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes zurück. Die Rücktritte erfolgen im Verlauf des nächsten Jahres. Beide wollen sich künftig vermehrt strategischen Aufgaben widmen, wie die Migros am Mittwoch mitteilte. Huber leitet seit 2008 das Department Industrie. Siber steht seit 2014 dem Department Marketing vor. Beide stehen dem Unternehmen laut Mitteilung bis zur geregelten Nachfolge für eine Stabübergabe zur Verfügung.

MEDIEN: Das Medienhaus Ringier Axel Springer Schweiz kauft das Wirtschafts- und Finanzportal cash.ch. Dieses soll in Zukunft die Wirtschaftsmedien Bilanz.ch und Handelszeitung.ch ergänzen. Gleichzeitig schliessen Ringier Axel Springer und der bisherige cash.ch-Eigentümer, die Bank Zweiplus, einen langfristigen Zusammenarbeitsvertrag ab. Im Rahmen der Kooperation verbleibe das Bankkundengeschäft bei der Bank Zweiplus, teilte Ringier Axel Springer am Mittwoch mit. Bis anhin wurde cash.ch als Gemeinschaftsunternehmen von Ringier und der Bank Zweiplus geführt. Die Bankkunden würden von ihren bisherigen Beratern weiter betreut und hätten auch in Zukunft unveränderten Zugang zum Angebot auf cash.ch.

MEDIEN: Der zweitgrösste US-Mobilfunkanbieter AT&T kann auch nach der 85 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner nicht durchstarten. Der Gewinn sprang zwar im dritten Quartal um 57 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Mittwoch bekanntgab. Analysten hatten sich mehr erwartet. Am Aktienmarkt kam dies nicht gut an: Die AT&T-Titel gaben vorbörslich zwei Prozent nach.

LUFTVERKEHR: Erbitterter Arbeitskampf bei Polens Fluggesellschaft LOT: Die Airline hat 67 Mitarbeiter infolge eines aus ihrer Sicht illegalen Streiks entlassen. "Es war eine schmerzhafte, aber notwendige Entscheidung, denn ich habe diesen illegalen Streik nicht genehmigt", sagte LOT-Chef Rafal Milczarski nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP vom Mittwoch. Unterdessen setzten vor der Zentrale in Warschau Dutzende Mitarbeiter den rund einwöchigen Protest für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen fort.

DIESELSKANDAL: Das Landgericht Stuttgart hat die VW-Dachgesellschaft Porsche SE zu Schadenersatz in Höhe von fast 47 Millionen Euro verurteilt. Grund ist verspätete Information im Zuge des VW-Dieselskandals. Die Holding habe damit gegen kapitalmarktrechtliche Publizitätspflichten verstossen, sagte Richter Fabian Reuschle am Mittwoch. Der frühere VW-Chef, Martin Winterkorn, damals zugleich Vorstandschef der Porsche SE, habe zudem seine Pflichten mindestens grob fahrlässig verletzt und sich nicht genügend um die Aufklärung des Dieselskandals bei Europas grössten Autobauer gekümmert. Die Entscheidungen gegen die Porsche SE sind noch nicht rechtskräftig.

FINANZDIENSTLEISTER: Der weltgrösste Flugzeugbauer Boeing legt nach einem überraschend guten Sommer die Latte für das laufende Jahr erneut höher. Dank einer verbesserten Entwicklung im Verkehrsflugzeug-Geschäft und geringerer Steuern dürfte der Gewinn je Aktie jetzt 16,90 bis 17,10 US-Dollar erreichen, teilte der Airbus-Rivale aus den USA am Mittwoch in Chicago mit. Das sind jeweils 50 Cent mehr als bisher gedacht. Zuwächse im Rüstungsgeschäft sollen den Umsatz auf 98 bis 100 Milliarden Dollar steigen lassen.

BANKEN: Die britische Grossbank Barclays hat im dritten Quartal von anziehenden Geschäften im Investmentbanking profitiert. Der um Rechtskosten bereinigte Vorsteuergewinn stieg daher überraschend um 32 Prozent auf 1,6 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro), wie die Bank am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten mit 1,33 Milliarden Pfund gerechnet. Die Bank sei auf einem guten Weg, ihre Ziele zu erreichen und die angekündigte Dividende für 2018 von 6,50 Pence je Aktie zu zahlen, sagte Vorstandschef James E. Staley. Die Barclays-Aktien legten um 0,7 Prozent zu, während der europäische Bankenindex um 0,5 Prozent fiel.

BANKEN: Die Deutsche Bank hat im Sommer weniger verdient, hält im Gesamtjahr aber zum ersten Mal seit 2014 einen Gewinn für möglich. Das Vorsteuerergebnis sank im dritten Quartal auf 506 Millionen Euro nach 933 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Der seit April amtierende Institutschef Christian Sewing übertraf damit die Erwartungen des Kapitalmarktes. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 328 Millionen Euro gerechnet.

(SDA)