Nach starkem Nachbeben in Italien stürzen weitere Häuser ein

Die Erde in Italien kommt nicht zur Ruhe: Ein weiteres starkes Nachbeben hat die ohnehin verwüstete Region erschüttert. Der Erdstoss am Dienstagmorgen hatte nach Angaben der italienischen Erdbebenwarte eine Stärke von 4,7 und liess weitere Gebäude zusammenfallen.
01.11.2016 11:03

Das neuerliche Beben, das in den Regionen Marken und Umbrien bis nach Rom zu spüren war, sorgte für Angst unter der Bevölkerung. Letztere hatte die Nacht grossteils in Zelten, Notunterkünften oder im Auto verbracht.

Das Epizentrum lag zwischen den Gemeinden Acquacanina, Fiastra und Bolognola in der Provinz Macerata. "Es war ein weiteres schweres Erdbeben, wir sehen Staubwolken, weil es zu weiteren Einstürzen gekommen ist", kommentierte der Bürgermeister der bereits zerstörten Gemeinde Ussita, Marco Rinaldi.

Mehr als 15'000 Menschen seien in den Unterkünften des Zivilschutzes versorgt worden, teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Zahl der Obdachlosen wird aber weit höher geschätzt. Einige von ihnen hatten die Nacht in einem Zug verbracht, den die Bahngesellschaft Trenitalia in den Städten Foligno und Fabriano zur Verfügung gestellt hatte.

Die Bewohner Norcias, Epizentrum des schweren Erdbebens am Sonntag, bekräftigten ihren festen Willen, in der zerstörten Gemeinde bleiben zu wollen. "Wir sind eine Berggemeinschaft und wollen nicht in Hotels an die Adria ziehen. Wenn wir von hier weggehen, stirbt die ganze Stadt. Wenn wir bleiben, können wir auf einen Neubeginn hoffen", sagte ein Bewohner der Benedikt-Stadt.

"Der Tourismus ist in Norcia zu Ende. Zwei unserer Hotels sind zerstört, weitere zwei im Stadtzentrum werden für die nächsten zehn Jahre nicht mehr zugänglich sein", berichtete Vincenzo Bianconi, Präsident der Hoteliers von Norcia. Trotz der schweren Schäden will Bianconi nicht aufgeben. "Wir hegen neue Projekte, wir wollen von der Landwirtschaft neu beginnen", sagte Bianconi.

Der Ministerrat stellte am Montagabend 40 Millionen Euro für Soforthilfe zur Verfügung. Zugleich versprach Ministerpräsident Matteo Renzi volle Transparenz beim Wiederaufbau. "Kein einziger Cent wird verschwendet", erklärte Renzi am Montag.

Das Beben der Stärke 6,5 hatte am Sonntag historische Ortschaften zerstört. Dabei wurden auch Kulturgüter wie zum Beispiel die Basilika San Benedetto in der umbrischen Kleinstadt Norcia schwer beschädigt.

(SDA)