Neuer ACS-Präsident Hurter will Wahrnehmung des Clubs stärken

Seit seinem Amtsantritt als Präsident des zerstrittenen Automobil-Clubs Schweiz (ACS) vor rund 100 Tagen hat Thomas Hurter die Geschäftsstelle total umgekrempelt. Er wechselte die Hälfte der Belegschaft aus. Nun will er den Verband wieder auf sein Kernziel ausrichten.
08.01.2017 05:02

"Sehr viel" habe er tun müssen, um die zerstrittenen Lager zu einen, sagte SVP-Nationalrat Hurter in einem Interview mit der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Und es gebe nach wie vor ungelöste "Streitigkeiten zwischen den alten Verbandsorganen und den intermediären Verbandsorganen." Er hoffe, diese in ein bis zwei Monaten lösen zu können.

Trotz dem medial ausgetragenen Zwist um die Verbandsführung vom vergangenen Sommer beurteilt Hurter den Imageschaden aus der Episode als "nicht so gross". Im Gegenteil: In den letzten zwei Jahren habe man wenig vom Automobilclub gehört. Das habe sich plötzlich geändert: "Man nahm plötzlich wieder wahr, dass es den Automobilclub überhaupt gibt, der sich konsequent für die Automobilisten einsetzt."

Auf diese Mission will der Schaffhauser den Verband trimmen, wie er sagt. Der ACS solle auf seinen Kern fokussieren: die Autos. "In den politischen Diskussionen soll man wieder wissen, dass beim ACS angesiedelt ist, was mit Strasse und Automobilisten zu tun hat", sagte er.

Als Beispiel nannte Hurter die vehemente Ablehnung des "Roadpricing", also der Erhebung von Gebühren für die Benutzung von Strassen in Innenstädten. "Damit zahlt nur der Autofahrer." Der ÖV, der auch die Strasse nutze, würde dagegen nichts bezahlen. Wenn schon, müsste man aus seiner Sicht über ein Mobilitypricing reden, bei dem auch Bahn und weitere Verkehrsträger bezahlen.

Hurter war im September an die Spitze des 1898 gegründeten Vereins gewählt worden. In den Monaten zuvor war ein interner Konflikt eskaliert: Zeitweise repräsentierten zwei Präsidenten den Verband - Mathias Ammann und Christian Wasserfallen - und Gerichte beschäftigten sich mit Klagen und Gegenklagen. Hurter stellte sich als eine Art Kompromisskandidat zur Wahl.

(SDA)