Nordkorea reagiert auf Entsendung von Kriegsschiffen der USA

Nordkorea hat die Entsendung einer US-Flugzeugträgergruppe zur Koreanischen Halbinsel scharf verurteilt und mit einer entschiedenen Reaktion gedroht. Die Versuche der USA zur Invasion Nordkoreas hätten eine ernste Phase erreicht.
11.04.2017 10:44

Nordkorea werde die "härtesten Gegenmassnahmen gegen die Provokateure treffen, um uns mit starker Waffenmacht zu verteidigen", erklärte das Aussenministerium in Pjöngjang am späten Montagabend.

Sollten die USA "für eine militärische Aktion optieren", sei die Volksrepublik zur Reaktion auf jede von den USA gewünschte Art von Krieg bereit, wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

Nach neuen Raketentests durch Nordkorea hatten die USA am Wochenende mit der Verlegung des Flugzeugträgers "USS Carl Vinson" sowie seiner Begleitschiffe in Richtung Korea begonnen. Der Marineverband war nach Angaben des US-Militärs in Singapur nach Norden ausgelaufen, um im westlichen Pazifik Position zu beziehen.

Die Massnahme wird als Stärke-Demonstration der USA gegenüber der kommunistischen Regierung in Pjöngjang verstanden. Sie löste in der Region auch die Besorgnis vor einem möglichen Militärschlag aus. Das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas wird in Ostasien und darüber hinaus als grosse Bedrohung gesehen.

Nordkorea hatte in der vergangenen Woche zum wiederholten Mal gegen UNO-Resolutionen verstossen und eine ballistische Testrakete in Richtung offenes Meer feuern lassen. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Aktion. Nach Einschätzung von US-Experten trifft das Land derzeit Vorbereitungen für einen weiteren Atomtest.

Südkorea geht nicht davon aus, dass die USA ohne "enge Zusammenarbeit" mit Seoul zu einem grösseren Militärschlag gegen Nordkorea ausholen würden. "Solch ein Militäreinsatz, wenn überhaupt, erfolgt auf der Grundlage der gemeinsamen Verteidigungsstellung", wurde der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Moon Sang Gyun, von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert.

Pjöngjang unterstellt den USA regelmässig, durch die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Derzeit halten die Streitkräfte beider Länder ihre Frühjahrsmanöver in Südkorea ab, am Montag hatten gemeinsame Logistikübungen unter dem Codenamen "Operation Pacific Reach" im Südosten begonnen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel steigen gewöhnlich während der Manöver. Südkoreas Militär habe allerdings bisher keine Anzeichen für ungewöhnlichen Truppenbewegungen in Nordkorea beobachtet, sagte ein Sprecher des Generalstabs vor Journalisten.

(SDA)