Nordkorea verkündet erfolgreichen Test von Interkontinentalrakete

Nordkorea hat am Dienstag den erfolgreichen Test einer Interkontinentalrakete verkündet. Machthaber Kim Jong Un habe den Test persönlich überwacht, teilte eine Moderatorin im traditionellen Kostüm in einer Sonderankündigung des staatlichen Fernsehens mit.
04.07.2017 09:00

Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums flog die Rakete 900 Kilometer weit und "etwa 40 Minuten" in einer Höhe von weit über 2500 Kilometern, bevor sie vor Japan ins Meer stürzte.

Als Interkontinentalraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern. Sie werden üblicherweise mit Atomsprengköpfen bewaffnet und folgen nach Verlassen der Erdatmosphäre einer ballistischen Flugbahn.

UNO-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen. Der jüngste Test erfolgte vor den Feiern zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli in den USA. Nordkorea unterstellt Washington regelmässig eine feindselige Politik. Das wird von der US-Regierung aber bestritten.

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, es sei schwer zu glauben, dass Südkorea und Japan sich weiter damit abfinden würden. Er frage sich, ob dieser Typ nichts Besseres in seinem Leben zu tun habe, als Raketen starten zu lassen. Trump spielte damit offenbar auf den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un an. "Vielleicht wird China erhebliche Massnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um diesen Unsinn ein für alle Mal zu beenden."

Tokio warf der isolierten Führung in Pjöngjang Provokation vor und erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen. Ministerpräsident Shinzo Abe rief zugleich die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinpin und Wladimir Putin auf, beim G-20 Gipfel am kommenden Wochenende in Hamburg eine "konstruktive" Rolle im Konflikt mit Nordkorea zu spielen.

In Südkorea berief Präsident Moon Jae In nach dem Raketentest im Nachbarland - wie üblich in diesen Fällen - den nationalen Sicherheitsrat der UNO ein.

Der Streit mit dem kommunistisch regierten Nordkorea gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. Die Lage in der Region ist nach mehreren Tests ballistischer Raketen durch das kommunistische Regime, darunter Mittelstreckenraketen, sowie Marschflugkörpern in den vergangenen Monaten sehr angespannt.

Ballistische Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Flugkörper, die je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel befördern können. Nordkorea arbeitet nach eigenen Angaben auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die bis in die USA getragen werden könnten.

(SDA)