OPEC verlängert Förderbremse um neuen Monate

Die Mitglieder der OPEC haben sich am Donnerstag auf eine Verlängerung der Förderkürzungen für neun Monate verständigt. Das teilten Delegierte am Rande der Sitzung der Organisation Erdöl exportierender Länder in Wien mit.
25.05.2017 14:21

Voraussichtlich werden auch andere Ölförderstaaten wie Russland bis März 2018 täglich 1,8 Millionen Fässer (je 159 Liter) weniger Öl pumpen als im vergangenen Jahr. Das entspricht zwei Prozent der weltweiten Produktion. An den Märkten reagierten Anleger jedoch enttäuscht, da einige mit einer einjährigen Verlängerung gerechnet hatten. Somit gaben die Preise nach, behaupteten sich aber über der psychologisch wichtigen 50-Dollar-Marke.

Im Vorfeld hatten sich das führende OPEC-Land Saudi-Arabien und Russland als wichtigstes Öl-Land ausserhalb des Förderkartells bereits auf eine neunmonatige Verlängerung verständigt. Doch war an den Märkten spekuliert worden, die Verlängerung könnte grosszügiger ausfallen.

"Es ist eine Enttäuschung, dass sich die OPEC nicht zu mehr durchringen konnte, um die Preise zu stabilisieren", sagte Olivier Jakob, Analyst bei der Schweizer Beratungsfirma Petromatrix. Eine Verlängerung von neun Monaten sei in den Preisen schon berücksichtigt. "Das zeigt, dass die OPEC nicht viel mehr machen kann." Einige Anleger hatten darauf gesetzt, dass das Kartell die Förderbremse für ein Jahr verlängert. Zudem wurde spekuliert, dass die Kürzung deutlicher ausfallen könnte.

Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich zeitweise um 2,3 Prozent auf 52,72 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 50,08 Dollar zeitweise sogar 2,5 Prozent weniger.

Nach saudiarabischen Angaben werden Libyen und Nigeria sich an der Förderbremse nicht beteiligen, da in beiden Ländern wegen der andauernden Unruhen ohnehin weniger Öl gefördert wird. Zudem will das Land seine Exporte ab Juni senken und somit ebenfalls zu einem Angebotsrückgang auf dem Weltmarkt beitragen. Der saudiarabische Ölminister Chalid al-Falih sagte vor dem Treffen, am Volumen würde sich voraussichtlich nichts ändern.

Die OPEC und ihre Partner hatten sich Ende November auf eine sechsmonatige Förderbremse ab Januar geeinigt und damit die Preise wieder über 50 Dollar je Fass getrieben. Anfang 2016 war der Preis für ein Fass Öl erstmals seit 2003 unter 30 Dollar gefallen. Noch im Sommer 2014 hatte er bei 115 Dollar gelegen.

Dieser Preisabsturz hat den Förder-Ländern Haushaltslöcher eingebrockt, die sie auf Dauer nicht tragen wollten. Eine Folge der Stabilisierung der Preise bei nunmehr rund 50 Dollar ist allerdings die wieder höhere Attraktivität der ursprünglich kostspieligeren US-Schieferölproduktion (Fracking).

Die US-Firmen haben inzwischen technische Fortschritte gemacht und können daher günstiger Öl mit Fracking fördern. Seit Mitte 2016 ist die US-Ölförderung um mehr als zehn Prozent gestiegen auf über 9,3 Millionen Fässer täglich. Damit sind die USA als Ölförderer auf Augenhöhe mit Saudi-Arabien und Russland.

Der US-Ölboom in diesem Jahrzehnt gilt als Hauptgrund für das Überangebot. Denn mit rund drei Milliarden Fässern Öl liegt die Produktion derzeit über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der nun wieder angestrebt wird.

(SDA)