Peter Huntsman gibt sich siegessicher

Der designierte Konzernchef von HuntsmanClariant gibt sich für die geplante Fusion siegessicher. Die Opposition gegen die Fusion von Clariant und der US-Firma Huntsman sei nicht seine Hauptsorge, sagt Peter Huntsman im Interview mit der "NZZ am Sonntag".
03.09.2017 09:39

Er arbeite mit Hochdruck daran, die Geschäfte zusammenzuführen, sagt er. Clariant braucht für die Fusion an der Generalversammlung zwar zwei Drittel der Stimmen. Peter Huntsman ist sicher, diese Schwelle zu schaffen. "Ich habe zwischen 150 und 200 Aktionäre getroffen und ihnen die Details der Fusion in Gruppen- und Einzelgesprächen erläutert. Die grosse Mehrheit steht hinter uns", sagt er.

Bislang habe er von der Aktionärsgruppe White Tale, welche die Fusion verhindern will, keine Gegenvorschläge erhalten. Er wisse nur, was öffentlich bekannt sei. White Tale hält inzwischen etwas mehr als 10 Prozent an Clariant. Die Gruppe bezeichnete die geplante Transaktion als strategisch falsch und erachtete den Preis als zu tief.

Gemäss Peter Huntsman wäre ein Nein zur Fusion eine echte Gefahr. "Die Konsolidierung in der Chemie wird weitergehen, und das Umfeld wird immer härter. Das Risiko besteht, von der Konkurrenz erdrückt zu werden", sagt er im Interview weiter.

Clariant will sich mit Huntsman zusammentun und einen der weltweit führenden Spezialchemiekonzerne bilden, der einen Börsenwert von rund 14 Milliarden Dollar hätte. Die Clariant-Aktionäre sollen 52 Prozent an der neuen Gesellschaft mit 28'200 Mitarbeitern und 200 Fabriken halten, die Huntsman-Eigner den Rest. Die Fusionspläne wurden im vergangenene Mai bekannt gegeben.

Die Fusion wäre für Ende Jahr oder Anfang 2018 geplant. Clariant-Chef Hariolf Kottmann ist als Verwaltungsratspräsident vorgesehen und Peter Huntsman soll neuer Konzernchef werden.

(SDA)