Pilotengewerkschaft fordert von Aktionären neues Ryanair-Management

Angesichts anhaltender Tarifkämpfe bei Ryanair hat die deutsche Pilotengewerkschaft VC ein komplett neues Management bei dem irischen Billigflieger gefordert.
20.09.2018 04:56

Vor der Hauptversammlung von Ryanair an diesem Donnerstag rief die Vereinigung Cockpit (VC) die Ryanair-Aktionäre auf, die derzeitige Unternehmensführung auszutauschen. "Das Verhältnis zwischen dem Ryanair-Management und den Beschäftigten ist aus unserer Sicht so stark beschädigt, dass es nun den weiteren Unternehmenserfolg gefährdet", heisst es in einer Erklärung, die die Gewerkschaft nach eigenen Angaben im Namen der Ryanair-Piloten veröffentlichte.

EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen und die für Verkehr zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc forderten in der deutschen Zeitung "Welt" Ryanair zudem auf, nationales Arbeitsrecht anzuwenden und in der EU gültige Sozialstandards zu beachten.

Die irische Fluggesellschaft liegt europaweit mit Piloten und Flugbegleitern im Streit über Löhne und Arbeitsbedingungen. Am 28. September wollen Flugbegleiter in Spanien, Italien, Portugal, Belgien und den Niederlanden erneut die Arbeit niederlegen, in Italien auch Piloten.

Für die Hauptversammlung in Dublin wurden die Medien ausgeladen, auch eine Pressekonferenz soll es danach nicht geben. Man wolle den Anteilseignern die Möglichkeit einer offenen Diskussion geben, hiess es bei Ryanair zur Begründung. Nach unbestätigten Medienberichten scheint es unter den lange Zeit erfolgsverwöhnten Anlegern zu rumoren, weil die Ryanair-Aktie deutlich an Wert verloren hat.

(SDA)