1,1 Milliarden Euro Strafe für chin. Pharma-Unternehmen nach Impfskandal

Nach dem jüngsten grossen Impfskandal in China muss ein Pharma-Unternehmen umgerechnet 1,1 Milliarden Euro Strafe zahlen. Changchun Changsheng müsse 9,1 Milliarden Yuan zahlen, teilte die chinesische Medikamenten- und Lebensmittelaufsicht (CFDA) am Dienstag mit.
16.10.2018 15:17

Die Behörde hatte im Juli bei einer Inspektion von Changchun Changsheng gefälschte Daten und andere Regelverstösse bei der Produktion eines Tollwut-Impfstoffes festgestellt und die Produktion des Mittels gestoppt. Die beanstandeten Impfdosen wurden laut CFDA nicht ausgeliefert. Staatliche Medien berichteten allerdings das Gegenteil.

In der chinesischen Öffentlichkeit und insbesondere bei besorgten Eltern löste der Fall Empörung aus. In Online-Netzwerken wurde eine Flut von Artikeln und Kommentaren veröffentlicht, in denen die chinesische Pharmaindustrie scharf kritisiert wurde. Nach zahlreichen Skandalen ist das Vertrauen der chinesischen Bevölkerung in die Sicherheit von Lebensmitteln und Medikamenten ohnehin gering.

Changchun Changsheng war der zweitgrösste Hersteller von Anti-Tollwut-Impfstoffen in China. Nach dem Skandal kündigte Regierungschef Li Keqiang die Bildung einer Untersuchungskommission an, um die Praktiken in der gesamten Pharmabranche offenzulegen.

(AWP)