ABB restrukturiert Standort in Genf - bis zu 100 Arbeitsplätze betroffen

(Ausführliche Fassung) - Der ABB-Konzern will seinen Standort in Genf nicht schliessen, aber Restrukturierungen vornehmen. Gemäss einer mit dem Dossier vertrauten Quelle soll das Massengeschäft mit den Traktions-Plattformen für Lokomotiven nach Polen ausgelagert werden. Davon könnten bis zu 100 Stellen betroffen sein. Wie die Quelle weiter preisgab, sollen die Stellen bei ABB Sécheron über zwei Jahre verteilt abgebaut werden. Der Bahn-Markt sei wegen der Konkurrenz aus China in einer komplizierten Lage, hiess es. Auf die Preise drücke auch die Annäherung wichtiger Akteure der Branche in Europa.
06.11.2017 12:42

Gerüchte um eine Verlagerung von bis zu 180 Stellen von ABB Sécheron nach Polen gab es schon länger. Eine zweite Quelle bestätigte am Montag, dass von der Restrukturierung bis zu 150 Arbeitsplätze betroffen seien, darunter 50 Temporärstellen. Eine Konsultationsfrist sei am Laufen. Komme es zu Entlassungen, gebe es "soziale Massnahmen".

FESTHALTEN AM STANDORT

ABB will am Standort Genf festhalten. Gemäss der ersten Quelle bleibt das Engineering sowie die Forschung und Entwicklung und die Herstellung von Prototypen dieser Traktions-Plattformen weiterhin in Genf. Auch das Geschäft mit den Elektrobussen, der so genannten E-Mobility, bleibt in Genf.

Am vergangenen Dienstag protestierten angesichts der Gerüchte über Verlagerungen ins Ausland rund 130 Beschäftigte von ABB Sécheron mit einer Kundgebung und Arbeitsniederlegungen und kritisierten mangelnde Kommunikation des Managements. Zuvor war der Chef des Genfer Werks, Jean-Luc Favre, überraschend zurückgetreten.

Die Gewerkschaft Unia gab vergangene Woche bekannt, dass ABB für den heutigen Montag ein Treffen zwischen Arbeitnehmervertretern und den ABB-Personalverantwortlichen angesetzt habe.

cf/mk

(AWP)