Abstimmungen - Agrarinitiativen hatten an der Urne keine Chance

Die Landwirtschaftsinitiativen sind deutlich gescheitert.
23.09.2018 16:58
Agrarinitiativen hatten an der Urne keine Chance
Bild: pixabay.com

Die Fair-Food-Initiative ist klar gescheitert. 61,3 Prozent der Stimmenden haben sie abgelehnt. Somit muss der Bund umweltschonend, tierfreundlich und fair hergestellte Produkte nicht fördern. Auch muss er keine strengeren Deklarationsvorschriften erlassen.

Insgesamt sagten rund 1'227'300 Stimmende Nein und 774'800 Ja. Dabei kam der Röstigraben zum Vorschein: In vier Westschweizer Kantonen resultierte eine Ja-Mehrheit. Im Kanton Genf nahmen 63,9 Prozent der Stimmenden die Fair-Food-Initiative an, im Kanton Waadt 63,8, im Kanton Jura 58,9 und im Kanton Neuenburg 57,1 Prozent.

In sämtlichen Deutschschweizer Kantonen sowie in den Kantonen Freiburg und Wallis wurde die Initiative verworfen - am deutlichsten in Obwalden mit 79,6 Prozent, gefolgt von Nidwalden mit 77,5 Prozent, Schwyz mit 77,4 und Appenzell Innerrhoden mit 76,7 Prozent.

Die Initiative der Grünen hatte zunächst grosse Sympathien genossen. In der ersten Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der SRG sprachen sich 78 Prozent der befragten Stimmberechtigten dafür aus. In der zweiten Umfrage waren es nur noch 53 Prozent.

Den Gegnern könnte in die Hand gespielt haben, dass die Fair-Food-Initiative am selben Tag zur Abstimmung kam wie die Ernäherungssouveränitätsinitiative. Das bürgerliche Nein-Komitee warf trotz erheblicher Unterschiede beide in einen Topf. Diese Strategie scheint aufgegangen zu sein.

Ernährungssouveränitäts-Initiative gescheitert

Auch die Ernährungssouveränitäts-Initiative ist gescheitert. 68,3 Prozent haben Nein gesagt zur Initiative, die eine kleinbäuerliche Landwirtschaft und faire Preise verlangte.

Rund 628'500 Stimmende sagten Ja zur Verfassungsänderung, 1'358'700 sprachen sich dagegen aus. Das Ständemehr verfehlte die Initiative ebenfalls klar. Nur vier Kantone sprachen sich für die Initiative der Bauerngewerkschaft Uniterre aus. Es handelt sich durchwegs um Westschweizer Kantone.

Der Kanton Genf nahm die Initiative mit 60 Prozent an, Waadt mit 57,1 Prozent. Ja stimmten auch die Kantone Jura und Neuenburg. Tessin, Freiburg und Wallis lehnten die Initiative zwar ab, jedoch mit tieferen Nein-Stimmenanteilen als alle Deutschschweizer Kantone.

Diese lehnten die Initiative geschlossen ab, teils mit sehr hohen Nein-Stimmenanteilen. Obwalden lehnte das Anliegen mit 84 Prozent ab, Nidwalden mit 82,2 Prozent, Schwyz mit 82,1 Prozent.

Die Ablehnung hatte sich abgezeichnet. In den ersten Umfragen sprach sich zwar noch eine grosse Mehrheit für die Initiative der Bauerngewerkschaft Uniterre aus. Zunächst schien das Anliegen vielen sympathisch, doch letztlich stimmten die meisten doch mit dem Portemonnaie ab.

(AWP)