Agrarchemiebranche hofft auf EU-Genehmigung von Glyphosat

Die Agrarchemiebranche hofft auf eine dauerhafte EU-Genehmigung für das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Eine Genehmigung für 15 Jahre könne in den nächsten Monaten erfolgen, sagte der Präsident des Industrieverbands Agrar (IVA), Helmut Schramm, am Dienstag in Frankfurt. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.
09.05.2017 16:13

Die EU-Staaten hatten sich im vergangenen Sommer nicht über ein Verbot oder eine Verlängerung einigen können. Vorläufig liess die EU-Kommission Glyphosat bis Ende 2017 zu. Im März kam die europäische Chemikalienagentur Echa aber zu dem Schluss, dass die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht die Kriterien erfüllten, um Glyphosat als krebserregend zu bewerten. Damit sei ein Stolperstein aus dem Weg geräumt, sagte Schramm.

Das Echa-Gutachten sollte als Grundlage für das Genehmigungsverfahren dienen. Die Echa stufte Glyphosat als Substanz ein, welche die Augen ernsthaft schädige und giftig für Organismen im Wasser sei. Eine europäische Bürgerinitiative will eine Million Stimmen gegen das umstrittene Unkrautgift sammeln und ein EU-weites Verbot durchsetzen.

Der Industrieverband Agrar, der Interessen von Chemieunternehmen aus den Geschäftsfeldern Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie vertritt, forderte zudem eine schnellere Zulassung für Pflanzenschutzmittel in Deutschland. Gesetzliche Fristen würden überschritten und es gebe einen Antragsstau, kritisierte Schramm. Die Europäische Kommission hatte Deutschland 2016 "deutliche Verzögerungen" und doppelte Prüfungen von Anträgen vorgeworfen, die in anderen Mitgliedsstaaten schon bewilligt wurden./per/DP/mis

(AWP)