Aktien-Vorschau - Es herrscht Schlechtwetter-Stimmung an der Börse

Trübe Perspektiven für die Konjunktur und die Furcht vor weiteren schwachen Unternehmensprognosen machen den Börsen zu schaffen.
10.02.2019 16:54
Nestlé-Babynahrung in China: Am Donnerstag wird der Nahrungsmittelkonzern die Zahlen vorlegen.
Nestlé-Babynahrung in China: Am Donnerstag wird der Nahrungsmittelkonzern die Zahlen vorlegen.
Bild: Bloomberg

"Es bewahrheiten sich mehr und mehr die Befürchtungen, dass die Weltwirtschaft ungebremst auf eine neue ökonomische Krise zusteuert", sagte Volkswirt Carsten Klude von der Privatbank M.M. Warburg der Nachrichtenagentur Reuters.

Der SMI hat in einer Woche mit weiteren wichtigen Unternehmensresultaten (Zurich, Swisscom) an Boden verloren und schloss am Freitag bei 9003 Punkten. An der Wall Street lag der Dow-Jones-Index dagegen minimal über seinem Niveau zum Vorwochenschluss. Die Brexit-Unsicherheit, der Zollkonflikt zwischen den USA und China sowie gesenkte Konjunkturprognosen für die Euro-Zone dämpften die Stimmung.

"Viele institutionelle und private Investoren scheuen eine klare Marktpositionierung im Vorfeld des immer näher rückenden Austrittstermins der Briten aus der EU und der fehlenden Klarheit darüber, wie eine Lösung im Handelsstreit aussehen könnte", sagte Investmentanalyst Frank Wohlgemuth von der National-Bank.

Neue Treffen USA-China

Bis Anfang März haben sich Peking und Washington Zeit gegeben, den seit Monaten schwelenden Streit über Sonderzölle auf chinesische Warenexporte in die USA beizulegen. Dass sich US-Präsident Donald Trump vor Ablauf dieser Frist nun doch nicht mit Chinas Staatschef Xi Jinping treffen will, sorgte an den Börsen für Unruhe. "Gibt es bis dahin keine Einigung, droht eine weitere Spirale in der Auseinandersetzung der beiden weltweit grössten Volkswirtschaften", erläuterte DZ-Bank-Chefvolkswirt Stefan Bielmeier. Am Freitag kündigte das US-Präsidialamt immerhin "hochrangige Handelsgespräche" für Mitte Februar an. Einem Medienbericht zufolge könnte die Frist auch verlängert werden.

Bielmeier nannte es bedenklich sei, dass es inzwischen nicht nur in den betroffenen Ländern Bremsspuren im Wachstum gebe. Wie gross diese konkret sind, werden am Donnerstag aktuelle Daten zum chinesischen Aussenhandel zeigen. Von Reuters befragte Experten erwarten, dass die Exporte und Importe zum Jahresauftakt erneut gefallen sind.

In der Schweiz werden am Donnerstag die drei Grosskonzerne Nestlé, Credit Suisse und Schindler die Zahlen vorlegen. Im Laufe der Woche werden unter anderm auch die Zahlen von börsenkotierten Unternehmen wie dem Flughafen Zürich, Temenos, Vontobel, Clariant oder auch Bell und Sulzer eintreffen.

Pfund erregt Aufsehen

Mit Blick auf den näher rückenden Austritt der Briten aus der Europäischen Union am 29. März wird auf allen Ebenen über die Brexit-Ausstiegsklauseln verhandelt. So treffen sich etwa Unterhändler von Premierministerin Theresa May mit Vertretern der EU. Experten empfehlen, die britische Währung nicht aus den Augen zu lassen.

"Trotz neuer Vorschläge von Labour-Chef Jeremy Corbyn zeichnet sich noch keine wirkliche Annäherung zwischen Regierung und Opposition in Grossbritannien ab", sagte Analyst Christian Apelt von der Landesbank Helaba. "Ein ungeordneter Brexit birgt erhebliche Risiken für die britische Wirtschaft und damit für die Währung."

(cash/Reuters)