AKW Leibstadt rechnet wegen Stillstands mit Millionenausfall

Nach einem mehrmonatigen Stillstand bereitet das Atomkraftwerk Leibstadt im Kanton Aargau derzeit die Wiederinbetriebnahme vor. Der Stillstand dürfte Betriebsausfallkosten in der Grössenordnung von 180 Mio CHF verursachen.
01.02.2017 16:00

Man rechne mit Betriebsausfallkosten von rund einer Million Franken pro Tag, hiess es bei der Mediendienstelle der Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Das AKW ist seit Anfang August vom Netz, also seit einem halben Jahr. Die geplante Jahresrevision dauerte 25 Tage. Doch die Anlage konnte danach nicht zurück ans Netz.

Bei den Brennstoffinspektionen waren lokale Verfärbung als Anzeichen für Oxidation an mehreren Hüllrohren der Brennelemente entdeckt worden. Von den 648 Brennelementen des Reaktorkerns wiesen 47 Elemente Verfärbungen auf.

Nach den abgeschlossenen Untersuchungen reichte die KKL AG im Dezember die Sicherheitsbewertungen beim Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) ein.

Die Atomaufsichtsbehörde ordnete die Befunde an den Hüllrohren im AKW im Rahmen der Internationalen Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse (INES) auf der zweituntersten Stufe 1 (Anomalie) ein.

VORBEREITUNGEN FÜR DAS WIEDERANFAHREN

Das ENSI erteilte mittlerweile die Freigabe für die Kernbeladung des Reaktors. Die Vorbereitungen für das Hochfahren des Atomkraftwerks sind am Laufen.

Der Termin zum Wiederanfahren der Anlage per Mitte Februar liegt gemäss AKW-Betreiberin "im Plan". Die Freigabe der Aufsichtsbehörde stehe noch aus.

Der Stillstand seit Anfang August hatte zur Folge, dass das 1984 in Betrieb genommene AKW an der Rheingrenze zu Deutschland im vergangenen Jahr 30% weniger Strom produzierte als 2015.

(AWP)