AKW-Standortgemeinden verwerfen Atomausstiegsinitiative deutlich

Aarau (awp/sda) - Die Standortgemeinden von Atomkraftwerken haben die Atomausstiegsinitiative wuchtig abgelehnt. Auch andere Gemeinden in unmittelbarer Nähe von Kernkraftwerken halten überdurchschnittlich stark an der Atomenergie fest.
27.11.2016 15:51

Döttingen AG als Standortgemeinde des AKW Beznau lehnte die Initiative mit einem Nein-Stimmenanteil von 82,6 ab, Leibstadt AG sogar mit 89,7%. Der Kanton Aargau selber verwarf die Initiative mit rund 63% Nein-Stimmen.

Auch die Nachbargemeinden von Döttingen und Leibstadt zeigten sich an der Urne atomkraftfreundlich und schickten die Initiative mit Nein-Stimmenanteilen zwischen 72,6 (Endingen) und 84,6% (Leuggern) bachab.

Die Gemeinde Däniken SO als Standortgemeinde des AKW Gösgen erteilte der Ausstiegsinitiative mit 78,2% Nein-Stimmen eine Abfuhr. Umliegende Gemeinden stimmten ebenfalls mit Nein-Stimmenanteilen, die deutlich über dem Solothurner Mittel von 60,5 lagen, gegen die Vorlage.

In Mühleberg BE, wo das AKW 2019 abgeschaltet wird, betrug der Anteil der Nein-Stimmen 72,6%. Über dem kantonalen Nein-Stimmenanteil von 56,2% lagen auch jene in den umliegenden Gemeinden Frauenkappelen (58,9%), Wileroltigen (73,2) und Radelfingen (59,4).

FRÜHERE RESULTATE BESTÄTIGT

Dieses Phänomen konnte schon bei früheren Abstimmungen, bei denen es um die Schweizer AKW ging, beobachtet werden. Die Ablehnung von Anti-AKW-Initiativen hat vielfach wirtschaftliche Gründe, sind doch viele Einwohner als Angestellte oder Angehörige von Angestellten mit den Kraftwerken verbunden.

Kommt dazu, dass die Standortgemeinden vom Steuersegen, den ihnen die AKW bescheren, profitieren. Allerdings gab es zuletzt auch Jahre, in denen einzelne AKW keinen Gewinn machten und die Gemeinden leer ausgingen.

Zu den wirtschaftlichen Gründen kommen psychologische. Anwohner leben seit Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft von Kernkraftwerken und haben offenbar Vertrauen in die Betreiber und den Betrieb.

(AWP)