Altersvorsorge 2020Knappe Ablehnung für die Reform der Altersvorsorge

Bei der Doppelvorlage für die Reform der Altersvorsorge fällt die Gesetzesvorlage mit der Erhöhung des Frauenrentenalters knapper als in einer früheren Umfrage durch. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer findet Gnade.
25.08.2017 06:52
Ein älteres Ehepaar geniesst die Ruhe im Wald.
Ein älteres Ehepaar geniesst die Ruhe im Wald.
Bild: pixabay.com

Die Vorsorgereform wäre bei einem solchen Votum in der Volksabstimmung am 24. September allerdings erledigt, wie aus der zweiten Onlineumfrage des Medienkonzerns Tamedia hervorgeht. Die Medien des Unternehmens veröffentlichten die Resultate am Freitag.

Einen Monat vor dem Urnengang sind noch etliche Befragte unentschlossen. Ja stimmen oder zu einem Ja tendieren bei der Reform der Altersvorsorge 2020 47 Prozent der Umfrageteilnehmer. Ein Nein einlegen wollen mit 48 Prozent knapp mehr. 5 Prozent bezeichnen sich als unentschlossen. In der ersten Umfrage von Anfang August war der Widerstand gegen die Reform mit 54 Prozent Nein-Stimmenden grösser.

Nach Sprachregionen war die Skepsis gegen die Reform gemäss den Umfrageergebnissen in der französischsprachigen Schweiz mit 48 Prozent Nein-Sagern am grössten. In der Deutschschweiz wollten 47 Prozent Nein oder eher Nein stimmen, in der italienischsprachigen Schweiz 46 Prozent.

FDP und SVP lehnen ab

Nach Parteien zeigten sich die Anhänger von FDP und SVP parteitreu. Gemäss den Nein-Parolen ihrer Partei nahmen 75 Prozent der SVP-Wählenden eine ablehnende Haltung ein, bei der FDP scharten sich 58 Prozent hinter der Parteiparole. Bei der SP hingegen wollten 75 Prozent parteikonform ein Ja. Damit war die Basis geschlossener als bei der ersten Umfrage.

Auch bei den Grünen nahm die Zustimmung zur Vorlage auf 69 Prozent zu. Bei der CVP wollten 66 Prozent der Parteianhängerinnen und -anhänger ein Ja einlegen. Ebenfalls mehrheitlich zustimmend äusserte sich die GLP- und BDP-Gefolgschaft.

Bei den Geschlechtern ist die Ablehnung der Reform bei den Frauen mit 53 Prozent weiterhin deutlich ausgeprägter als bei den Männern mit 45 Prozent.

Die Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Mehrwertsteuererhöhung bedarf einer Verfassungsänderung. Ihr stimmen gemäss der neuesten Umfrage 51 Prozent zu, 45 Prozent sind dagegen und 4 Prozent noch unentschlossen. Damit sank die knappe Ja-Mehrheit aus der letzten Umfrage um einen Prozentpunkt.

Zeit für einen Kompromiss?

Die SRG-Trendumfrage von Anfang August hatte für die beiden Einzelvorlagen je einen Ja-Stimmenanteil von 53 Prozent ermittelt. Damals war die Meinungsbildung gemäss SRG erst "mittel fortgeschritten". Die meisten Befragten gaben an, nach zwanzig Jahren ohne Reform sei es Zeit für einen Kompromiss.

Weitgehend unbestritten darf der Verfassungsartikel für die Ernährungssicherheit gemäss der Tamedia-Umfrage mit einem Ja an der Urne rechnen. 63 Prozent wollen ihm zustimmen. In der vorherigen Umfrage waren es 53 Prozent gewesen. Allerdings war die Zahl der Unentschiedenen damals noch gross.

Die zweite Onlineumfrage von Tamedia war vom 21. bis 23 August aufgeschaltet. Die bereinigten Daten wurden für die Analyse nach demografischen, geografischen und politischen Variablen gewichtet. Die Resultate der Befragung stützen sich auf 10'092 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz. Der Fehlerbereich wurde mit 1,4 Prozent angegeben.

(SDA)