Ameropa fordert Russland zu Schiedsgerichtsverfahren auf

Binningen BL (awp/sda) - Nachdem er in Moskau auf taube Ohren stiess, fordert der Schweizer Agrarhandelskonzern Ameropa aus Binningen BL die russische Regierung zu einem internationalen Schiedsgerichtsverfahren auf. Der Konzern mit weltweit 3000 Mitarbeitenden kritisiert die Behandlung des Unternehmens durch russische Untersuchungsbehörden.
13.07.2016 17:20

Hintergrund des seit Jahren andauernden Streits ist ein Kampf um den russischen Düngemittelproduzenten Togliatti Azot, an dem Ameropa 12,96% hält. Die russische Uralchem möchte dieses Unternehmen und damit auch jene bei Ameropa liegenden Aktien übernehmen. Doch Ameropa weigert sich.

Der Düngemittelhersteller Uralchem mit Sitz in Zypern, der Dmitri Mazepin gehört, habe mehrere Klagen gegen Togliatti Azot, dessen Management sowie Ameropa und Verwaltungsratspräsident Andreas Zivy eingereicht. Obwohl die Kläger falsche Angaben gemacht hätten, hätten die russischen Gerichte Beweismittel der Verteidigung ignoriert, hatte Ameropa im vergangenen Oktober mitgeteilt.

Ein russisches Gericht habe die Aktien und Dividendenzahlungen von Togliatti Azot an Ameropa blockiert, sagte Zivy am Mittwoch auf Anfrage zu einem Vorabbericht der "Handelszeitung". Ameropa sei als ausländischer Investor komplett des Investitionsschutzes beraubt.

Deshalb hatte Ameropa im vergangenen Oktober einen Bruch des Investitionsschutzabkommens zwischen Russland und der Schweiz geltend gemacht und in Moskau Klage bei der russischen Regierung eingereicht.

KEINE REAKTION AUS MOSKAU

Russland hat aber nicht reagiert, wie Zivy sagte. Moskau hat die im Investitionsschutzabkommen zwischen der Schweiz und Russland festgeschriebene sechsmonatige Frist ungenutzt verstreichen lassen.

Ameropa fordere die russische Regierung deshalb zu einem Schiedsgerichtsverfahren auf, sagte Zivy. In einem derartigen Verfahren würden drei Schiedsrichter abschliessend über den Sachverhalt entscheiden, schrieb die "Handelszeitung". Je einer werde von den Streitparteien gestellt, ein dritter wird von den beiden ersten als Obmann gewählt.

(AWP)