Analysten meinen - Ein teurer UBS-Hypothekenvergleich in den USA

Die UBS kann sich in den USA im Streit um Ramschhypotheken einigen. Der Vergleich kostet die Grossbank mehr, als Analysten erwartet hatten. Deshalb gibt die Aktie frühe Kursgewinne teilweise wieder preis.
02.05.2017 11:43
Von Lorenz Burkhalter
Die Vergangenheitsbewältigung kommt die UBS teuer zu stehen.
Die Vergangenheitsbewältigung kommt die UBS teuer zu stehen.
Bild: cash

Die Grossbank UBS erreicht bei den noch hängigen Rechtsstreitigkeiten eine weitere wichtige Einigung: Sie arrangiert sich aussergerichtlich mit der amerikanischen National Credit Union Administration, kurz NCUA, im Zusammenhang mit fragwürdigen verbrieften Hypothekarkrediten. Das Ganze hat allerdings seinen Preis, kostet der Vergleich die UBS doch 445 Millionen Dollar.

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, dürften sich die Anleger sagen. Denn nur so lässt sich erklären, weshalb die im vorbörslichen Handel noch um 0,7 Prozent schwächere UBS-Aktie an der Schweizer Börse SIX im frühen Handel bis auf 17,13 Franken kletterte. Zur Stunde gewinnt sie gerademal noch 0,3 Prozent auf 17,05 Franken.

In Analystenkreisen wird der Vergleich zwar begrüsst, gleichzeitig aber als teuer bezeichnet. Gerade deshalb sei unklar, ob die Schweizer Grossbank in der Vergangenheit diesbezüglich genügend zurückgestellt habe. Wichtig sei nun, den Blick nach vorn zu richten, so lautet der Tenor. Im Schlussquartal letzten Jahres erhöhte die UBS nach einer Grundsatzvereinbarung mit der NCUA ihre Rückstellungen um 100 Millionen Franken.

Noch ausstehend ist die Einigung der Schweizer Grossbank im Hypothekenstreit mit dem US-Justizministerium. Erst im Dezember wurde bekannt, dass die Rivalin Credit Suisse eine Busse von 5,3 Milliarden Dollar zahlen und Kreditnehmer mit 2,8 Milliarden Dollar entschädigen muss.

Heraufstufung verhindert Schlimmeres

Nach vorn zu schauen fällt Händlern deshalb eher schwer. Kommt dazu, dass sich in den USA eine weitere Untersuchung gegen mehrere Banken abzeichnet. Den betroffenen Banken, darunter neben BNP Paribas und Morgan Stanley auch die UBS, wird eine Manipulation des Marktes für amerikanische Staatsanleihen vorgeworfen. Einige Beobachter sehen darin schon eine nächste "Baustelle" für die Grossbank. 

Als günstige Fügung erweist sich am Dienstag eine Unternehmensstudie von Kepler Cheuvreux, gehen von ihr doch stützende Impulse aus. Darin stuft der Autor die Aktie auf Basis des am Freitag veröffentlichten Zahlenkranzes von "Reduce" auf "Hold" herauf. Das Kursziel wird neu mit 17,80 (bisher 16,40) Franken angegeben.

Der Analyst argumentiert mit der in den ersten drei Monaten beobachteten Belebung im Wealth Management sowie mit zusätzlichen Effizienzgewinnen. Auf die hohen Kosten für den Vergleich in den USA geht er in der Studie gar nicht erst ein.