Andrea Orcel - «MiFID wird zu einer Menge von Anpassungen führen»

Europas weitreichende MiFID-II-Regeln werden die Art und Weise, wie Banken Geschäfte machen, verändern. Das die Meinung von Andrea Orcel, Chef der UBS-Investmentbank.
30.09.2017 04:02
Auch die UBS wird sich den neuen Regeln anpassen müssen.
Auch die UBS wird sich den neuen Regeln anpassen müssen.
Bild: thetaxhaven

Flickr, Lizenz CC BY 2.0

Die neuen Regeln werden es noch schwerer für Investmentbanken machen, mit dem Handel von Aktien Geld zu verdienen - ein Geschäftsbereich, in dem nur wenige Banken derzeit die Gewinnzone erreichen, sagte Andrea Orcel von der UBS bei einer Veranstaltung von Financial News in London.

Die neuen Vorschriften zielen auf alles Mögliche ab, wie Banken Research in Rechnung stellen bis wie sie Handelsgeschäfte ausführen. Die Banken werden daher auf die Kosten schauen und Druck auf die Gebühren wird ausgeübt, sagte der Leiter der UBS Investmentbank. Dies wird es noch härter machen, mit dem Handel von Aktien Geld zu verdienen und zu mehr Konzentration in der Branche führen, sagte Orcel.

"Bezüglich des Aktien-Kassamarktes sagen die Leute, dass die führenden Fünf klar die Gewinnschwelle erreichen und alle anderen nicht", sagte Orcel. "Ich glaube eigentlich, es ist innerhalb der führenden Fünf, die führenden Fünf erreichen nicht die Gewinnschwellen. Nun schauen Sie sich dieses Umfeld an. Sie haben soeben die Schwelle erhöht."

MiFID wird vieles verändern

Die weltweit grössten Banken und Vermögensverwalter bereiten sich mit Hochdruck darauf vor, die überarbeiteten Finanzdienstleistungsregeln zu erfüllen, bevor diese im nächsten Jahr in Kraft treten. Die Vorschriften werden hinsichtlich der Rentabilität des Aktienhandels die Herausforderungen verstärken, vor denen die Kreditinstitute bereits stehen, nachdem die Volatilität sich in der Nähe von Rekordtiefs bewegt und Kunden weniger handeln.

"MiFID wird die Art und Weise, wie wir Geschäfte machen, verändern, es wird die Wettbewerbspositionen verändern", sagte Orcel. "Es wird zu einer Menge von Anpassungen führen, bevor es in Kraft tritt. "

Der Aktien-Kassamarkt (Cash Equities) umfasst den Handel von tatsächlichen Aktien für Kunden, im Gegensatz zum riskanteren, lukrativeren Aktien-Geschäft einschliesslich Aktienderivate und Prime-Brokerage-Dienstleistungen. 

Die weltweit grössten Banken erzielten im ersten Halbjahr 2017 in dem Geschäftsbereich Erlöse von 4,7 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der niedrigste Wert seit mindestens 2012, zeigen Daten von Coalition Development.

(Bloomberg)