Angela Merkel schliesst Hilfe für Deutsche Bank aus

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat jegliche Staatshilfen für die Deutsche Bank AG in dem Jahr vor den Bundestagswahlen im September 2017 ausgeschlossen.
26.09.2016 06:49
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin, will der Deutschen Bank nicht unter die Arme greifen.
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin, will der Deutschen Bank nicht unter die Arme greifen.
Bild: Bloomberg

Die berichtet das Nachrichtenmagazin Focus am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Die deutsche Regierungschefin lehne auch ab, sich in den Rechtsstreit des Frankfurter Finanzhauses mit dem US-Justizministerium einzuschalten, so das Magazin. Das US-Justizministerium fordert von der Deutschen Bank eine Zahlung von bis zu 14 Mrd. Dollar, um einen Streit um Geschäfte mit hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) beizulegen. Ein Regierungssprecher lehnte am Samstag eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und auch eine Sprecherin der Deutschen Bank wollte sich nicht dazu äussern.

Die Finanzausstattung der grössten Bank in Deutschland, die in diesem Jahr fast die Hälfte ihres Marktwerts verloren hat, stimmt deutsche Politiker besorgt. Finanzpolitiker der Sozialdemokraten beschäftigten sich in einer internen Sitzung vergangene Woche mit der Finanzlage der Deutschen Bank, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Das Thema sei im Rahmen einer Debatte der Basel-Regeln aufgekommen, hiess es.

Die Bundesregierung gehe davon aus, dass in dem US-Verfahren ein "faires Ergebnis" erzielt werden könne, erklärte das Finanzministerium am 16. September.

Die Deutsche Bank beabsichtigt nach eigenen Angaben nicht, den von den US-Behörden geforderten Höchstbetrag zu zahlen, doch Anleger sorgen sich um die Kapitalausstattung. Vorstandschef John Cryan, 55, versucht die Profitabilität der Deutschen Bank zu steigern, indem er risikoreichere Vermögenswerte verkauft und Stellen abbaut. Doch nicht abgeschlossene Rechtsstreitigkeiten und Forderungen schüren die Besorgnis, dass die Bank zu einer Kapitalerhöhung gezwungen sein könnte.

Focus berief sich auf Diskussionen zwischen Merkel und Cryan in diesem Sommer.

(Bloomberg)