Annäherung zwischen Xi und Trump nach Treffen in Florida

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping haben auf ihrem ersten Gipfel versöhnliche Signale gesendet. Einen Tag nach dem zweitägigen Treffen in Florida sprach Trump am Samstag von einem Austausch, der "Wohlwollen und Freundschaft" gefördert habe. Xi Jinping sah während des Besuchs, der vom US-Raketenangriff auf einen syrischen Flugplatz überschattet wurde, "enorme Fortschritte" in den schwierigen Beziehungen.
09.04.2017 14:44

Wie schon nach seinem ersten Telefonat mit Xi Jinping im Februar, rüstete Trump auf seinem Anwesen Mar-al-Lago erneut verbal spürbar gegenüber China ab. Noch im Wahlkampf und auch in seinen ersten Tagen im Amt hatte der neue US-Präsident China als Währungsmanipulator bezeichnet, Strafzölle angedroht und eine engere Beziehungen zu Taiwan in Aussicht gestellt, was Peking verärgerte.

Nach "grossen Unsicherheiten" zu Beginn von Trumps Präsidentschaft seien die Gespräche in Florida "ein Indikator, dass die Beziehungen beider Staaten auf Kurs sind", lobte die chinesische Staatszeitung "Global Times" am Samstag in einem Kommentar. "Das positive und fruchtbare Treffen markiert einen neuen Ausgangspunkt für die wichtigste bilaterale Beziehung der Welt", schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Im Nordkorea-Konflikt wollen China und die USA stärker kooperieren, wie US-Aussenminister Rex Tillerson vor Journalisten sagte. Es gebe aber kein Massnahmenpaket. Xi Jinping teile jedoch die Sicht der USA, dass das nordkoreanische Atomprogramm ein "ernstes Stadium" erreicht habe. Die Regierung des kommunistischen Landes hatte zuletzt mehrmals mit Raketentests provoziert.

Trump hatte vor kurzem mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, die Krise in Nordkorea notfalls im Alleingang lösen zu wollen. Die USA machten vor dem Treffen deutlich, China stärker in die Pflicht zu nehmen, um das nordkoreanische Atomprogramm zu beenden.

Die Chinesen hatten zu einer Deeskalation der Lage aufgerufen. Der wichtigste Handelspartner Nordkoreas, China, trägt zwar alle UN-Sanktionen mit, er befürchtet aber eine militärische Eskalation oder einen Kollaps des Nachbarn. Als Ergebnis könnten Flüchtlinge nach China strömen.

Chinas Staatschef Xi Jinping sagte, er glaube, dass es im Laufe der Zeit gelingen könne, die Beziehungen zwischen China und den USA auszubauen - um für beide Länder und ihre jeweilige Bevölkerung Wohlstand zu schaffen und globalen Frieden und Stabilität zu wahren. Trump habe eine Einladung nach China angenommen und hoffe, zu einem frühen Zeitpunkt zu kommen, wie Xinhua berichtete.

Neben Nordkoreas Atomprogramm waren Handelsstreitigkeiten das grosse Thema bei den Gesprächen der Staatschefs. US-Handelsminister Wilbur Ross sagte nach Ende des Gipfels, es seien weitere Gespräche zwischen Xi und Trump zum Thema vereinbart worden. Die USA haben ein riesiges Defizit vor allem im Handel mit China. Sie werfen China, aber auch Deutschland, "unfaire" Handelspraktiken zulasten der Amerikaner vor./dg/jpt/ki/lw/hoe/dm/DP/he

(AWP)