Anteil der Befürworter eines Atomausstiegs wächst

Die Atomausstiegsinitiative der Grünen könnte gemäss einer Umfrage angenommen werden. In der dritten Online-Erhebung im Auftrag des Medienhauses Tamedia ist der Anteil der Befürworter sogar noch etwas grösser geworden.
16.11.2016 04:49
Stromleitungen hinter dem Stromproduzenten, dem Windrad.
Stromleitungen hinter dem Stromproduzenten, dem Windrad.
Bild: Pixabay

57 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagten Ja oder eher Ja zum Atomausstieg. 42 Prozent dagegen wollen die Volksinitiative, über die am 27. November abgestimmt wird, bestimmt oder eher ablehnen, wie Tamedia am Mittwoch mitteilte. 1 Prozent gab an, noch nicht entschieden zu haben.

Damit ist die Zustimmung seit der ersten Umfrage im Oktober stetig gewachsen. Damals sprachen sich 55 Prozent für ein Ja aus, in der zweiten Umfrage Anfang November waren es 56 Prozent. Der Anteil der Gegner, der zuletzt bei 43 Prozent stagniert hatte, ist nun gesunken.

Stärkste Opposition erwächst der Initiative laut der Umfrage aus den Reihen der SVP. 70 Prozent der Parteianhänger sprechen sich dagegen aus. Bei der FDP sind es 64 Prozent. In allen anderen Parteien spricht sich eine Mehrheit für den Ausstieg aus: 53 Prozent sind es bei den CVP-Parteigängern, 55 bei jenen der BDP und jeweils über 80 Prozent bei GLP, SP und Grünen.

Energiestrategie 2050 sieht keine Laufzeitbeschränkung vor

Die Initiative verlangt, dass die AKW nach maximal 45 Jahren Betriebszeit abgeschaltet werden müssen. Beznau I und II sowie Mühleberg müssten bei einem Ja 2017 abgeschaltet werden. Gösgen ginge spätestens 2024 vom Netz, Leibstadt als letztes Schweizer AKW im Jahr 2029.

Die vom Parlament verabschiedete Energiestrategie 2050 enthält dagegen keine Laufzeitbeschränkung. Die Kernkraftwerke dürfen so lange laufen, wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als sicher einstuft.

Die aktuelle Umfrage war vom 10. bis 11. November aufgeschaltet worden. Die Resultate basieren auf 15'462 demografisch, geografisch und politisch gewichteten Antworten aus der ganzen Schweiz. Die Fehlermarge liegt bei plus/minus 1,2 Prozentpunkten.

(SDA)