Anzeichen für Annäherung bei Brexit-Gesprächen verdichten sich

In Grossbritannien verdichten sich die Anzeichen für eine Annäherung in den festgefahrenen Brexit-Gesprächen. Ein Regierungssprecher in London bestätigte am Freitag, dass bald mit einem neuen Vorschlag zur umstrittenen Nordirland-Frage zu rechnen sei. "Wir werden zügig mit der Arbeit fortfahren, um diese Verhandlungen im Herbst abschliessen zu können."
05.10.2018 15:38

Aus Diplomaten-Kreisen in Brüssel heisst es, es gebe "Bewegung in die richtige Richtung". Das Vereinigte Königreich will sich am 29. März von der Europäischen Union trennen. Die Gespräche zwischen London und Brüssel befinden sich aber in einer Sackgasse.

Es geht vor allem darum, wie künftig Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden können. Eine Garantie dafür - den sogenannten Backstop - macht die EU zur Bedingung für ein Austrittsabkommen. Sie fürchtet, dass der Konflikt in der Ex-Bürgerkriegsregion wieder aufflammen könnte, sollten sich die Menschen nicht mehr ungehindert zwischen den beiden Teilen der Insel bewegen können. Derzeit ist die Grenze fast unsichtbar.

Britische Medien spekulierten, London erwäge - anders als bisher angekündigt -, im Notfall ganz Grossbritannien in der Zollunion zu belassen und Nordirland im Binnenmarkt. Daraufhin meldete die nordirische DUP, auf deren Stimmen Premierministerin Theresa May im Parlament angewiesen ist, bereits Widerstand an. Wie gross das Störpotenzial der DUP beim gewünschten Brexit-Deal ist, kann auch die EU schwer einschätzen./si/DP/she

(AWP)