Apple-Chef muss vor US-Kongress antraben

In der Debatte über globale Steuertricks von Großkonzernen wollen US-Politiker nun auch Apple-Chef Tim Cook vor einen Ausschuss zitieren.
17.05.2013 10:18
Apple-Chef Tim Cook wird vor dem US-Kongress zum Thema Steuertricks Auskunft geben.
Apple-Chef Tim Cook wird vor dem US-Kongress zum Thema Steuertricks Auskunft geben.
Bild: Bloomberg

Das Unternehmen bestätigte am Donnerstag, dass Cook am Dienstag im Kongress zum Thema befragt werden solle. In einem Interview der "Washington Post" kündigte der Apple-Chef an, er wolle dem Senatsausschuss ein paar Kompromissvorschläge unterbreiten. So bezeichnete Cook den gegenwärtigen Steuersatz von 35 Prozent für Erträge, die Unternehmen vom Ausland zurück in die USA überweisen, als sehr hoch. "Wir schlagen nicht vor, dass es null Prozent sein müssen", sagte Cook. Aber ein niedrigerer Steuersatz wäre in diesem Fall vernünftiger. Vor dem Ausschuss haben bereits Spitzenvertreter von Hewlett-Packard und Microsoft ausgesagt.

In den USA und Europa hat die Debatte über Steuersparmodelle von Großkonzernen zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Wegen ihrer Tricks zur Minderung der staatlichen Abgaben waren zuletzt auch das Internet-Versandhaus Amazon, die Cafekette Starbucks und der Suchmaschinenbetreiber Google in die Kritik geraten. So zahlte Amazon trotz eines Umsatzes von umgerechnet 4,7 Milliarden Euro in Großbritannien nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr nur 2,9 Millionen Euro Steuern. Google setzte in Großbritannien von 2006 bis 2011 etwa 18 Milliarden Dollar um, zahlte aber nur 16 Millionen Dollar an Steuern.

Hintergrund sind Schlupflöcher in der Steuergesetzgebung, mit denen sich die Unternehmen in ihrer Heimat arm rechnen können. Der Widerstand gegen dieses Finanzgebaren wächst zunehmend - schließlich transportieren Unternehmen wie Amazon ihre Waren beispielsweise über Straßen, für die andere Steuern zahlen. Die OECD will in den nächsten Monaten einen Maßnahmenkatalog vorlegen, um die Steuertricks großer Konzerne zu erschweren. Das Thema steht auch auf der Agenda der G20-Staaten.

(Reuters)