Arbeitgeberverband nun doch offen für schärferen Inländervorrang

Bern (awp/sda) - Der Schweizerische Arbeitgeberverband freundet sich nun doch mit einem leicht schärferen "Inländervorrang light" zur Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative an. In einem Brief an Ständeräte signalisiert er Zustimmung für eine Pflicht zu Vorstellungsgesprächen.
18.11.2016 07:05

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsdachverband economiesuisse empfehlen die Arbeitgeber dem Ständerat, die Umsetzungsodelle des Nationalrats und der zuständigen Ständeratskommission zu kombinieren. Dies geht aus dem Schreiben hervor, über das die "Luzerner Zeitung" und das "St. Galler Tagblatt" am Freitag berichteten. Die Nachrichtenagentur sda hatte Einblick in das Dokument.

Konkret zeigen sich beide Verbände nicht nur damit einverstanden, dass Unternehmen offene Stellen in Berufen mit hoher Arbeitslosigkeit an die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) melden müssen.

Sie wollen auch akzeptieren, dass die RAV den Firmen geeignete Stellensuchende melden, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden müssen. Der Arbeitgeberverband hatte sich zunächst gegen diese Pflicht ausgesprochen.

Dezidiert lehnen die Verbände aber noch immer die angedachte Pflicht zur Begründung von Absagen ab. Zu begründen, warum die vorgeschlagenen Stellensuchenden eine Stelle nicht erhalten, sei "zu bürokratisch" und ein "staatlicher Eingriff in die betriebliche Personalpolitik", heisst es im Brief.

Die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative liegt derzeit beim Ständerat, nachdem der Nationalrat in der Herbstsession einen "Inländervorrang light" beschlossen hatte. Dieser soll dafür sorgen, dass bei offenen Stellen in Berufen mit hoher Arbeitslosigkeit inländische Arbeitslose statt Ausländer berücksichtigt werden.

cf/

(AWP)