Arbeitslosigkeit bleibt Hauptsorge der Schweizer

Die grössten Sorgen in der Schweiz sind laut dem neusten Sorgenbarometer der Credit Suisse die Arbeitslosigkeit, Ausländerfragen und die Altersvorsorge.
30.11.2016 10:50
Keinen Job zu haben ist des Schweizers grösste Angst.
Keinen Job zu haben ist des Schweizers grösste Angst.
Bild: cash

Demgegenüber zählen die Neutralität, Qualität und die Bildung gemäss den Befragten zu den Hauptstärken der Schweiz. Die Hauptsorge vieler Schweizerinnen und Schweizer bleibt, wie schon in den Jahren zuvor und seit dem ersten Sorgenbarometer aus dem Jahr 1976, die Arbeitslosigkeit, heisst es in der am Mittwoch veröffentlichten Studie der Credit Suisse. Sie wird von 45% der Befragten als Sorge Nummer eins genannt, hat aber in den letzten zwei Jahren an Bedeutung verloren. Auch Ausländerfragen und die Altersvorsorge beschäftigen die Bevölkerung stark.

Allgemein haben die Hauptsorgen an Bedrohlichkeit verloren und das Vertrauen in die Politik und Wirtschaft zugenommen. Der überwiegende Teil der Befragten beurteilt die Wirtschaftssituation positiv, und laut Sorgenbarometer wächst in der Schweiz der Optimismus.

Dennoch beschäftigen die Problemfelder Ausländerfragen (36%), Altersvorsorge (28%) und der Umgang mit Asylfragen und Flüchtlingen (26%) viele der Befragten. "Früher gab es zwei bis drei Hauptsorgen, die vom grössten Teil der Befragten genannt wurden", sagt René Buholzer, Leiter Politik und Nachhaltigkeit bei Credit Suisse. Heutzutage sei dies zwar weniger der Fall, dafür seien viele kleinere Sorgen hinzugekommen.

Vertrauen in Politik und Wirtschaft gross

Das Vertrauen der Schweizerinnen und Schweizer in ihre Institutionen ist demgegenüber weiterhin gross. Der Glaube in die Problemlösungskompetenz der politischen Akteure sei erneut gestiegen, hält Buholzer fest. Als Grund dafür benennt die Studie die hohe politische und wirtschaftliche Stabilität des Landes, die durch eine geringe Korruption und einen funktionierenden Verwaltungsapparat gestützt werde.

Konkret bescheinigen 60% der Politik und der Wirtschaft, dass diese nur selten versagen. Dabei sei interessant, dass beide Werte noch nie so hohe Zustimmungswerte erzielt haben, so Buholzer. Innerhalb eines Jahres sei die Differenz zwischen dem ersten und letzten Platz in der Vertrauensrangliste von 30 auf 12 Prozentpunkte zusammengeschrumpft. Zur Spitzengruppe der am meisten vertrauenswürdigen Institutionen zählen weiterhin das Bundesgericht (65%) und die Polizei (62%) sowie der Bundes- und Ständerat (61% bzw. 62%).

Hinzu kommt die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit 60% und - laut Studienautoren eher überraschend - Nichtregierungsorganisationen (NGO) mit 61%, da diesen vor zwei Jahren lediglich 47% der Befragten vertrauten. Zu den Gewinnern zählt aber auch die EU mit 54%.

Bilaterale sind wichtig

Die Unterstützung der Bilateralen hat laut CS seit letztem Jahr stark zugenommen. 2015 befürworteten 60% eine Fortsetzung und nur 19% fanden, dass die Kündigung der Verträge eine gute Idee wäre. In diesem Jahr sind es  rund 81% der Befragten, die die bilateralen Verträge mit der EU weiterführen wollen. Nur noch 10% sind aber für einen EU-Beitritt.

Für den aktuellen Sorgenbarometer befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der Credit Suisse im Juli 2016 1010 Stimmberechtigte in der Schweiz. Die Umfrageteilnehmer wählten aus 37 Sorgen die 5 wichtigsten aus.

(AWP)