Arbeitsmarkt: Auch Jugendliche ohne Berufsabschluss erhalten Kompetenznachweis

Jugendliche, die keine zweijährige Attestlehre schaffen, sollen sich dank eines individuellen Kompetenznachweises (IKN) dennoch auf eine Stelle bewerben können. Die Ausweitung dieses Instruments soll die Chancen von Menschen ohne Berufsabschluss auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
09.11.2018 11:20

Dies teilte der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) am Freitag mit. Nach einer mehrjährigen, vom Bund mitfinanzierten Pilotphase haben der Verband und seine Verbundspartner (Organisationen der Arbeitswelt, Bund, Kantone) die Voraussetzung für die Ausweitung des IKN auf Ausbildungen ausserhalb der beruflichen Grundbildung geschaffen.

Der IKN zeigt potenziellen Arbeitgebern auf, welche Fähigkeiten der Jugendliche bisher erworben hat, auch wenn er oder sie die Abschlussprüfung der zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) nicht bestanden hat. Diese "verkürzte" Lehre gibt es seit 2004. Sie vermittelt Qualifikationen für Berufe mit einfacheren Anforderungsprofilen.

Empfohlen wird die Ausweitung von SGV und Partnern, weil sie die Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt fördert, indem sie den Einstieg in die berufliche Grundbildung erleichtert. Für die Betriebe sei die Ausweitung vorteilhaft, weil sie Bewerbungen dank der standardisierten verständlichen Form leichter bewerten könnten. Der IKN orientiert sich am Qualifikationsprofil und den Handlungskompetenzen der über fünfzig EBA-Grundausbildungen, welche den Arbeitgebern geläufig sind.

Will ein Betrieb die IKN-Ausbildung anbieten, muss er klare Vorgaben einhalten: Die Ausbildung muss zwei Jahre dauern, über einen standardisierten Bildungsplan verfügen und sich an den Handlungskompetenzen der EBA-Grundbildungen orientieren. Verlangt wird zudem, dass die Kompetenzen, die dem Lernenden vermittelt wurden, mit einer Lern- und Leistungsdokumentation strukturiert erfasst und beurteilt werden.

Ob ein Betrieb die IKN-Zulassung erhält, entscheidet der nationale Dachverband der jeweiligen Berufsorganisation. Zulassungsanträge können dort gemäss der Mitteilung ab sofort beantragt werden.

(AWP)