Asien - Trump droht mit Feuer und Zorn - Nordkorea mit Raketenangriff

Die Spannungen im Nordkorea-Konflikt verschärfen sich massiv.
09.08.2017 06:47
An der Grenze von Süd- und Nordkorea in Panmunjom.
An der Grenze von Süd- und Nordkorea in Panmunjom.
Bild: cash

US-Präsident Donald Trump drohte Nordkorea im bislang härtesten Ton für den Fall weiterer Provokationen mit "Feuer und Zorn", wie es die Welt noch nie erlebt habe. Nur wenige Stunden später konterte die Führung in Pjöngjang und drohte mit einem Präventivschlag und einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam.

Ein Erstschlag sei möglich, wenn es Anzeichen für eine Provokation seitens der Vereinigten Staaten gebe, hieß es in Erklärungen des Militärs, die am Mittwoch von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurden. Zudem ziehe Nordkorea ernsthaft einen Angriff auf Guam in Erwägung und prüfe dies sorgfältig. Ein solcher Plan könne jederzeit umgesetzt werden, sobald Machthaber Kim Jong Un dies befehle.

Vom dem dortigen Luftwaffenstützpunkt starten immer wieder US-Bomber zu Manövern in Richtung koreanische Halbinsel, so auch erst am Montag. Auch ein U-Boot-Verband und das Raketenabwehrsystem Thaad sind dort stationiert. Der Gouverneur von Guam, Eddie Calvo, sagte, das Nordkoreas Gerede über Vergeltung sei keine Drohung. "Guam ist amerikanischer Boden", sagte Calvo. "Wir sind nicht nur eine Militäreinrichtung." Die Insel sei für "alle Eventualitäten" gewappnet.

"Eine ernsthafte Lektion"

Trump schickte seine bislang schärfste Warnung nach Pjöngjang. "Nordkorea sollte den USA besser nicht mehr drohen", sagte er am Dienstagabend bei einem Besuch in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. "Sie werden mit Feuer und Zorn getroffen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat." Trumps Warnung folgte auch auf die Veröffentlichung eines japanischen Militärberichts, wonach Nordkorea bei seinem Atomwaffenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht hat und möglicherweise über Atomsprengköpfe verfügt. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise sogar, dass es Nordkorea gelungen sei, Atomsprengköpfe so weit zu verkleinern, dass damit Raketen bestückt werden könnten.

Zudem hatte Nordkorea abermals gedroht, sollten die USA einen Militärschlag wagen, würde die nordkoreanische Atomstreitmacht ihnen eine "ernsthafte Lektion" erteilen. Ungeachtet der kürzlich verschärften UN-Sanktionen werde das Land nicht von seinem Atomprogramm abrücken. Solange die USA ihre feindselige Politik beibehielten, werde es keine Verhandlungen geben. Nordkorea wirft den USA und Südkorea seit langem vor, die Spannungen durch gemeinsame Militärübungen zu schüren.

Die USA hatten Nordkorea wiederholt gewarnt, Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm notfalls mit Gewalt zu stoppen, aber auch immer wieder betont, sie setzten auf eine diplomatische Lösung. Dazu gelang es den USA auch, Russland und China, den letzten wichtigen Verbündeten des isolierten Landes, ins Boot zu holen. Auch mit ihren Stimmen verschärfte der UN-Sicherheitsrat am Samstag die bereits seit 2006 bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea. Sie zielen diesmal auf die wichtigen Exporteinnahmen bei Kohle, Eisen, Blei und Fisch. Sie sind eine Reaktion auf die jüngsten Raketentests. Im Juli erprobte das Land zwei Interkontinentalraketen, die angeblich auch die US-Westküste erreichen können. 

(Reuters)