Athen fordert Beilegung des Streits um den griechischen Schuldenberg

Gut zwei Wochen vor der entscheidenden Sitzung der Eurogruppe zum Abbau des griechischen Schuldenberges hat die Regierung in Athen die Beilegung des Streits zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Deutschland und den anderen europäischen Gläubigern gefordert. Nur so werde Griechenland aus der Finanzkrise herauskommen und sich Geld an den Geldmärkten beschaffen können. "Wir erwarten eine Entscheidung im Juni", sagte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach einem Treffen mit dem Regierungschef Estlands Jüri Ratas in Athen.
29.05.2017 16:06

Griechenland erwarte zudem eine detaillierte Beschreibung der Massnahmen, mit denen der griechische Schuldenberg abgebaut werden könnte. Es müsse eine "saubere Lösung" des Problems geben, meinte Tsipras weiter.

Knackpunkt der Beratungen zwischen der Eurogruppe und dem IWF ist die Frage, wie der Fonds als Geldgeber im aktuellen dritten Hilfsprogramm mit einem Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro ins Boot geholt werden kann. Der IWF hält die griechische Schuldenlast für zu schwer und fordert deshalb Schuldenerleichterungen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will aber erst darüber nach dem Ende des aktuellen griechischen Sparprogramms im Sommer 2018 reden.

Dieser Streit hatte am 22. Mai zum Scheitern der Beratungen der Eurogruppe geführt. Ein Beschluss soll nun am 15. Juni fallen. Griechenland steht unter Druck, weil die Regierung im Juli Schulden von gut sechs Milliarden Euro zurückzahlen muss./tt/DP/jha

(AWP)