Athen und Gläubiger einigen sich auf neuen Privatisierungsfonds

ATHEN (awp international) - Kurz bevor das griechische Parlament über ein weiteres Reformpaket abstimmt, haben Athen und Vertreter der internationalen Gläubiger des Landes eine wichtige Hürde genommen. Wie die Athener Tageszeitung "Kathimerini" am Montag berichtete, konnten sie sich über die lange umstrittene Zusammensetzung der Führungsspitze des neuen griechischen Privatisierungsfonds einigen.
26.09.2016 17:19

Demnach wird der Fonds künftig von drei Repräsentanten der griechischen Regierung sowie zwei Vertretern der Gläubiger besetzt - sie haben jeweils Veto-Recht über anstehende Entscheidungen.

Die Gläubiger haben demnach als ihren Vertreter den spanischen Ökonomen David Vegara sowie den Franzosen Jacques Le Pape durchgesetzt. Le Pape sass einst im Kabinett der heutigen Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

Der neue Privatisierungsfonds soll den Verkauf und die Verpachtung griechischen Staatseigentums vornehmen. Dabei geht es unter anderem um die Elektrizitäts- und Gasverteilernetze des Landes, aber auch um Flughäfen und andere Staatsunternehmen.

Das Parlament entscheidet an diesem Dienstag über ein weiteres Reformpaket, das neben dem Privatisierungsfonds auch Massnahmen zum Renten- und Sozialsystem vorsieht. Sie sind Voraussetzung für weitere Hilfen für Griechenland seitens der Gläubiger. Es sollen auch neue Mittel gegen Steuerhinterziehung beschlossen werden./axa/DP/mis

(AWP)