Athen und Gläubiger verhandeln: Noch etliche Hindernisse

ATHEN (awp international) - Erhöhtes Tempo bei den Reformen fordern die Gläubiger Griechenlands, die derzeit zu Kontrollen in Athen sind. Bis das pleitebedrohte Land eine nächste Tranche von Hilfsgeldern in Höhe von 2,8 Milliarden Euro erhalten könne, gebe es noch etliche ungelöste Themen, berichtete am Donnerstag der Fernsehsender Skai. Vor allem die Lockerung des Arbeitsrechts, der Umgang mit faulen Krediten in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro und die Privatisierung von Staatseigentum seien bei den Gesprächen hart umkämpft.
15.09.2016 12:55

Die Vertreter der internationalen Gläubiger, darunter der Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Europäische Zentralbank (EZB), fordern von Griechenland, seine Finanzen nicht nur durch Steuererhöhungen, sondern vor allem durch Einsparungen, die Streichung von Steuererleichterungen sowie den Verkauf staatseigener Unternehmen zu erzielen.

So steht auch ein Sozialfonds in Höhe von 720 Millionen Euro auf der Kippe, den die griechische Regierung für jene bedürftige Menschen auflegen wollte, die am stärksten von der Krise betroffen sind. Vorschläge der griechischen Regierung, zur Finanzierung des Fonds unter anderem den Wehr-Etat um 250 Millionen Euro zu kürzen, wurden einem Bericht der Tageszeitung "Kathimerini" zufolge von den Gläubigern abgelehnt.

Die internationalen Geldgeber hatten sich im Mai grundsätzlich darauf verständigt, Griechenland 10,3 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Eine Tranche von 7,5 Milliarden Euro wurde bereits im Juni ausgezahlt, weitere 2,8 Milliarden Euro sollen - falls die Kontrolleure dies nach den laufenden Gesprächen genehmigen - bald folgen. Insgesamt ist in dem im vergangenen Jahr mühsam ausgehandelten Hilfsprogramm ein Volumen von bis zu 86 Milliarden Euro vorgesehen. Die Kontrollen sollen bis Ende September andauern./axa/DP/fbr

(AWP)