Atomkraft weltweit auf dem Vormarsch - Weiter Sorgen wegen Nordkorea

Die Atomkraft ist weltweit auf dem Vormarsch. 20 neue Reaktoren seien in den vergangenen zwei Jahren ans Netz gegangen, sagte der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, am Montag in Wien. Damit produzierten in 30 Ländern 449 Reaktoren die grösste bisher installierte Leistung von 392 Gigawatt. 60 Reaktoren seien im Bau, vor allem in Asien, bilanzierte Amano zum Auftakt des Gouverneursrats der IAEA. "Sie werden den Ländern bei ihrem Energiebedarf helfen und auch beim Versuch, die Treibhausgase weiter zu verringern." Diese Entwicklung verdeutlicht den energiepolitischen Sonderweg Deutschlands, wo bis 2022 alle Atomkraftwerke stillgelegt werden.
12.06.2017 13:56

Amano zeigte sich vor dem Gremium von 35 Mitgliedsstaaten darüber hinaus tief besorgt über das Nuklearprogramm Nordkoreas. Das abgeschottete Land verfügt über Atombomben und arbeitet an Langstreckenraketen dafür.

Nordkorea solle seine internationalen Verpflichtungen erfüllen und endlich wieder mit der IAEA kooperieren, forderte Amano. Die Organisation werde sich jedenfalls auf den Zeitpunkt vorbereiten, an dem sie wieder Zutritt bekomme. "Ich will die Fähigkeit der IAEA stärken, in Fragen der Verifikation des nordkoreanischen Atomprogramms eine entscheidende Rolle zu spielen", kündigte Amano an. Auf die bisher problemlose Überwachung des Atomprogramms des Irans ging der IAEA-Chef nur beiläufig ein. Die IAEA kontrolliert weltweit die zivile Nutzung der Atomkraft./mrd/DP/jha

(AWP)