Auch Swiss-Kunden von US-Einreisesperre betroffen

Die Fluggesellschaft Swiss ist wie alle anderen Luftfahrtunternehmen rechtlich gebunden, die US-Einreisesperre seit ihrem Inkrafttreten am vergangenen Freitag anzuwenden. Einige Dutzend Reisende waren übers Wochenende bereits davon betroffen.
29.01.2017 16:36

Zwei Reisegruppen von Flüchtlingen aus einem der sieben Länder, die seit Freitag unter dem Bannstrahl von US-Präsident Donald Trumps Dekret stehen, hätten ihre Reise in die Vereinigten Staaten annullieren müssen.

15 Personen hätten am Sonntag, 20 am Montag fliegen sollen, erklärte Swiss-Sprecherin Karin Müller am Sonntag auf Anfrage. Aus Datenschutzgründen gab sie die Nationalitäten nicht bekannt.

Für den Fall, dass jemand trotz Einreiseverbots in die USA fliegen sollte, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, den Rückflug zu übernehmen. Die Fluggesellschaft müsse sicherstellen, dass an Bord gehende Passagiere über die zur Einreise nötigen Dokumente verfügten, erläuterte Müller.

So musste Swiss eine Person, die an Bord einer Maschine der Lufthansa-Tochter von Genf nach New York flog, am Sonntagmorgen wieder mit einem Swiss-Flug zurück in die Schweiz bringen, auf Rechnung der Fluggesellschaft, wie die Sprecherin weiter erklärte.

Swiss hat täglich zehn US-Flüge. Die Gesellschaft empfiehlt allen Personen, die von dem Präsidenten-Dekret betroffen sein könnten, mit den US-Vertretungen in ihrem Land Kontakt aufzunehmen.

VOM DEKRET ÜBERRASCHT

Swiss habe keine andere Wahl, als das Dekret zu befolgen, erklärte Swiss-Generaldirektor Lorenzo Stoll. "Wir sind rechtlich verpflichtet, das Dekret anzuwenden", sagte der für die Romandie zuständige Swiss-Generaldirektor Stoll am Samstag gegenüber dem Westschweizer Radio RTS.

Es gebe allerdings sehr wenig Staatsangehörige aus den betroffenen Ländern, die an Bord von Swiss-Maschinen via Zürich und Genf in die USA reisten.

Alle Luftfahrtunternehmen seien von dem am Freitag von Trump unterzeichneten Erlass überrascht worden, ergänzte Stoll. Er betrifft die Länder Syrien, Iran, Irak, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen.

(AWP)