Aufsicht bestätigt Bankenkreis für Libor-Feststellung bis zu dessen Ende 2021

Bei der Ermittlung des skandalumwitterten Referenzzinssatzes Libor ändert sich bis zum geplanten Auslaufen im Jahr 2021 nichts. an der Zusammensetzung des Kreises von 20 Banken, die den Zinssatz ermitteln, ändere sich nichts, teilte die britische Finanzaufsicht FCA am Freitag in London mit. Alle 20 Häuser hätten zugesagt, sich weiter an der Feststellung des Referenzzinssatzes Libor (London Interbank Offered Rate) zu beteiligen. Von den Schweizer Banken gehören die UBS und CS zu denjenigen Häusern, die den Zins festlegen.
24.11.2017 08:44

Dies sei der beste Weg, um einen glatten Übergang zu einer Nachfolgelösung zu ebnen, hiess es in der Mitteilung vom Freitag. Die FCA hatte im Sommer angekündigt, dass die Zeit für den Libor abläuft und die Einführung eines zuverlässigeren Systems ab spätestens Ende 2021 angekündigt.

Der Libor wird seit den 1980er Jahren jeden Bankarbeitstag in London festgelegt. Dazu melden die wichtigsten Geldhäuser die Zinsen, die sie aktuell für Kredite ihrer Konkurrenten zahlen müssen. Der daraus errechnete Libor dient als Basis für Geschäfte in Billionenhöhe - von Baukrediten bis zu komplexen Derivate-Geschäften. Eine Alternative ist der Euribor für den Euroraum.

Das Vertrauen in den Libor ist jedoch erschüttert: Über Jahre hinweg haben beteiligte Banker bei der Ermittlung des Zinssatzes getrickst und ihn damit in eine für sie vorteilhafte Richtung getrieben. Eine ganze Reihe von Grossbanken musste im sogenannten Libor-Skandal Milliardenstrafen zahlen.

Als Folge übernimmt seit 2014 der US-Börsenbetreiber ICE die Verantwortung für die Libor-Berechnung, überwacht von der FCA. Vorher lag die Libor-Ermittlung alleine in den Händen der britischen Bankenvereinigung. Schon seit Jahren gibt es Forderungen nach einem Ende des Libor./zb/oca

(AWP)