AT-Aussenminister: Brexit-Gespräche über Finanzen werden 'ganz schwierig'

Grossbritannien und die Europäische Union starten am heutigen Montag in Brüssel offiziell die Brexit-Gespräche. Aussenminister Sebastian Kurz (ÖVP) erwartet, dass die Verhandlungen vor allem im Finanzbereich "ganz schwierig" werden. Im Ö1-Morgenjournal sprach er sich dagegen aus, London "zu bestrafen". "Wir haben nichts davon, wenn das Verhältnis am Ende ein ganz zerrüttetes ist."
19.06.2017 08:41

"Ich bin nicht der Meinung, dass man ein Exempel statuieren sollte", betonte Kurz. "Wenn wir Grossbritannien jetzt bestrafen, weil es austritt und wir bestrafen uns damit gleich mit, dann hat keiner etwas davon." Grossbritannien werde nämlich "unser Nachbar bleiben". Allerdings machte der ÖVP-Chef klar, dass es "kein Rosinenpicken" für Grossbritannien geben dürfe. Es dürfe nicht attraktiver sein ausserhalb der EU zu sein als innerhalb der EU.

An eine Rücknahme der EU-Austrittspläne Londons glaubt Kurz nicht. "Der Brexit wird nun Realität werden. Das ist eine hochkomplexe Angelegenheit, die uns Jahre beschäftigt", sagte er. "Ganz schwierig" werden die Austrittsgespräche "bei den Kosten und dem Budget werden", weil London hier Verbindlichkeiten gegenüber den EU-Partnern eingegangen sei. "Wir erwarten, dass die Zusagen, die gemacht wurden, eingehalten werden." In diesem Zusammenhang bekräftigte der Aussenminister seine Position, dass die EU die Einnahmeausfälle durch den Austritt des bisherigen Nettozahlers Grossbritanniens durch Einsparungen auffangen solle.

Kurz sagte, dass er in der Brexit-Frage auch auf eine gemeinsame Linie der österreichischen Regierung hoffe. "Das muss unser Ziel sein und bis jetzt hat es auch funktioniert", sagte er./vos/vos/APA/das

(AWP)