Aussenminister fordern Debatte der 27 Staaten über Zukunft der EU

PRAG (awp international) - Mit einem Krisentreffen in Tschechien haben Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier und sein französischer Kollege Jean-Marc Ayrault versucht, den mittelosteuropäischen EU-Staaten Sorgen vor den Brexit-Folgen zu nehmen. "Wir stimmen überein, dass die Debatte über die Zukunft der EU auf einer Plattform stattfinden muss, die alle 27 EU-Staaten umfasst", sagte der tschechische Aussenminister Lubomir Zaoralek nach dem Treffen in Prag.
27.06.2016 12:28

Am Samstag hatten sich die sechs Gründungsstaaten des EU-Vorläufers EWG in Berlin getroffen, um über den bevorstehenden Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union zu beraten. Länder wie Estland fühlten sich davon übergangen.

Zaoralek nannte die EU "lebensnotwendig" für sein Land. "Die falsche Antwort wäre eine übereilte Integration, die falsche Antwort wäre aber auch, so zu tun, als ob nichts passiert ist", sagte er. "Jetzt ist nicht die Zeit für business as usual", sagte Ayrault.

An dem Treffen in Prag nahmen auch die Aussenminister Polens, Ungarns und der Slowakei teil. Die sechs Ressortchefs riefen die britische Regierung zu baldigen Austrittsverhandlungen auf. "Grossbritannien muss die notwendigen Schritte unternehmen, damit die Verhandlungen anfangen können", sagte Zaoralek./hei/DP/zb

(AWP)