Austritt aus der EU - Europas Firmen zeigen Brexit-Coolness

Der Grossteil der europäischen Unternehmen reagiert bislang gelassen auf das Anti-EU-Referendum der Briten. Einige Firmen wie die Bank Julius Bär sehen sogar neue Geschäftschancen.
19.08.2017 15:05
Der Brexit eröffnet eine neue Perspektive auf England: Canary Wharf, das Geschäftsviertel auf der Isle of Dogs in London.
Der Brexit eröffnet eine neue Perspektive auf England: Canary Wharf, das Geschäftsviertel auf der Isle of Dogs in London.
Bild: Pixabay

Knapp 70 Prozent der vom Nachrichten- und Datenkonzern Thomson Reuters befragten 200 Finanzvorstände in Grossbritannien und dem restlichen Europa geben an, dass das Referendum noch keine Auswirkungen auf ihre strategischen Planungen gehabt habe.

"Die Ergebnisse deuten auf eine bislang relativ schwache Reaktion der Wirtschaft hin - nicht die Kurzschlussreaktion, die manche erwartet hatten", sagte Thomson-Reuters-Manager Laurence Kiddle am Donnerstag. Nur zwölf Prozent der befragten Finanzchefs hätten eine Verlagerung von Geschäften aus Grossbritannien geprüft.

Zwar hatte in etwa jeder Dritte einen Abbau von Beschäftigten in Grossbritannien als Folge des Brexit-Votums erwartet. Doch nur etwa 19 Prozent der Befragten gaben an, tatsächlich Arbeitsplätze verlagern zu wollen. Unter anderem hatte die Royal Bank of Scotland Anfang des Monats angekündigt, 150 Jobs nach Amsterdam zu verlegen. Allerdings räumte mehr als jeder fünfte Finanzchef ein, durch das Referendum im Juni 2016 von einer Expansion auf der Insel abgehalten worden zu sein.

Einige Firmen sehen sogar neue Geschäftschancen. So eröffnet die Schweizer Privatbank Julius Bär drei neue Büros in Grossbritannien und will damit vom Brexit verunsicherte, wohlhabende Briten als Kunden gewinnen. Am Mittwoch hatte Amazon zudem angekündigt, in Bristol ein neues Vertriebszentrum eröffnen und dort 1000 Beschäftigte einstellen zu wollen.

(Reuters)