Automatischer Informationsaustausch soll weiter ausgedehnt werden

(Ausführliche Fassung) - Die Schweiz will den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) auf weitere Länder ausdehnen. Zu diesen 23 Staaten gehören China, Russland und das Fürstentum Liechtenstein.
02.02.2017 12:56

Ebenfalls dabei sind Indonesien, Malaysia, Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, wie das Eidg. Finanzdepartement (EFD) am Donnerstag mitteilte. Dazu kommt eine Reihe von Inselstaaten und Finanzplätzen in der Karibik, der Südsee und in Ozeanien. Das EFD hat zur Einführung des AIA mit diesen Ländern die Vernehmlassung eröffnet. Diese dauert bis zum 13. April.

Noch bis Mitte März läuft die Vernehmlassung zur ersten Erweiterung der AIA-Partnerstaaten. Diese umfasst etwa Argentinien, Brasilien, Indien und ebenfalls einige Finanzplätze auf Inseln. Nach den Vernehmlassungen werden beide Vorlagen zu einem einzigen Geschäft zusammengeführt und dem Parlament vorgelegt.

MULTILATERALE VEREINBARUNG ALS BASIS

Der automatische Informationsaustausch wird umgesetzt auf der Basis einer multilateralen Vereinbarung der zuständigen nationalen Behörden. Diese basiert auf dem von der OECD entwickelten internationalen Standard zum Informationsaustausch.

Mit der Erweiterung des Netzes der AIA-Partnerstaaten erfülle die Schweiz die international eingegangene Verpflichtung zur Umsetzung des AIA-Standards, schrieb das Finanzdepartement. Es rechnet mit positiven Auswirkungen auf die Integrität und die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes.

Bereits eingeführt hat die Schweiz den AIA mit allen Staaten der EU sowie mit Australien, Island, Norwegen, Japan, Kanada, Südkorea, den Ärmelkanal-Inseln Jersey, Guernsey und der Isle of Man. Mit diesen 38 Ländern und Territorien werden im Jahr 2018 erstmals Daten ausgetauscht.

BANKIERVEREINIGUNG POCHT AUF STANDARDS

Die Schweiz müsse in den anstehenden Diskussionen auf der Einhaltung der OECD-Kriterien beharren, schrieb die Schweizerische Bankiervereinigung in einer Reaktion auf die geplante AIA-Ausdehnung. Es sei dafür zu sorgen, dass die OECD das Befolgen dieser Standards regelmässig prüfe.

Wichtig sei zudem eine Gleichbehandlung mit den massgebenden Konkurrenzfinanzplätzen. Es dürfe nicht sein, dass die Schweiz am Ende das einzige Land mit einem wichtigen Finanzplatz sei, das den neuen Ländern den AIA gewähre.

(AWP)