AvenirSocial will Ausbildung in Sozialer Arbeit stärken

Nur die Hälfte der in der Sozialen Arbeit tätigen Personen in der Schweiz verfügt auch tatsächlich über eine entsprechende Ausbildung. AvenirSocial will mit einer Kampagne auf diesen Mangel aufmerksam machen und die Situation verbessern.
05.07.2017 12:54

In der Schweiz kann man sich als Sozialarbeiter ausgeben, ohne jemals eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben. Dies hat dazu geführt, dass von den mehr als 100'000 Personen, die in der Sozialen Arbeit tätig sind, beinahe die Hälfte keine Ausbildung dafür absolviert hat, wie AvenirSocial in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Dass die Berufe der Sozialen Arbeit in der Schweiz nicht gesetzlich geschützt sind, ist laut dem nationalen Verband der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Vergleich mit den Nachbarländern einmalig. Auch verglichen mit anderen Berufen sei dies unhaltbar. So würden die meisten kaum ihre Kinder einer Lehrperson ohne Pädagogikstudium anvertrauen, schreibt AvenirSocial.

AUSBILDUNG BÜRGT FÜR QUALITÄT

Der Verband sorgt sich vor allem um die Qualität. "Die Soziale Arbeit tangiert tausende von Personen und Familien in schwierigen Lebenssituationen, die insbesondere von Gesundheitsproblemen, Handicaps und Armut betroffen sind", heisst es in der Mitteilung.

Auch die Effizienz der Sozialen Arbeit sei ohne adäquat ausgebildetes Personal nicht sichergestellt. Handle es sich doch um einen wichtigen Wirtschaftssektor.

An Ausbildungsmöglichkeiten mangelt es indes nicht: Vom Eidg. Fähigkeitszeugnis über den Master einer Fachhochschule bis hin zu einer Lehre (EFZ), einem Diplom einer höheren Fachschule oder einem Bachelor erlauben es viele Ausbildungsgänge, die nötigen Fachkompetenzen zu entwickeln. AvenirSocial will mit seiner Kampagne auch mehr Menschen motivieren, eine dieser Ausbildungen in Angriff zu nehmen.

Dazu sollten auch die berufsbegleitende Ausbildung und Passerellen gefördert und Vorschriften zu den Ausbildungsanforderungen erarbeitet werden. AvenirSocial fordert zudem, dass Betriebe und Institutionen nur noch ausgebildetes Personal einstellen.

(AWP)