BAG geht nach Falschangaben zu Ansteckungen über die Bücher

(Zusammenfassung) - Nach den Falschangaben über Ansteckungsquellen mit dem Coronavirus will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) über die Bücher. Für den Chef der Covid-19-Taskforce des Bundes, Martin Ackermann, ist es absolut zentral, die Ansteckungswege zu kennen.
03.08.2020 18:53

Über den Fehler sei umgehend informiert worden, hielt das BAG am Montag auf in einem Tweet an die Adresse der FDP fest. Das BAG erhalte täglich zahlreiche Medienanfragen zu dem Virus. Die internen Abläufe würden nun überprüft.

Die Freisinnigen hatten ebenfalls auf Twitter von der Behörde eine Erklärung verlangt, wie es zu der Fehlinformation kommen konnte, wonach Clubs und Restaurants die Hauptansteckungsquelle seien. Es gehe um die Planungssicherheit für "unzählige Betriebe, die in ihrer Existenz gefährdet sind".

Am Freitag hatte das BAG Zahlen über Covid-19-Ansteckungsorte veröffentlicht, diese dann aber am Sonntag korrigiert. Es zeigte sich, dass gemäss den klinischen Meldeformularen, die dem BAG durch Ärztinnen und Ärzte zugestellt würden, die meisten Ansteckungen im familiären Umfeld (27,2 Prozent) geschehen. Dann folgen Arbeitsplatz (8,7 Prozent) und private Feste (3 Prozent). Ausgehlokale machen einen einstelligen Prozentsatz aus, konkret lediglich 1,9 Prozent, Bars und Restaurants nur gerade 1,6 Prozent.

Das BAG hatte am Freitag zunächst auf Anfrage von SRF eine Liste veröffentlicht, gemäss der es beim Ausgehen die meisten rückverfolgbaren Ansteckungen mit dem Coronavirus gebe.

Noch am Donnerstag hatte BAG-Direktor Pascal Strupler vor den Bundeshausmedien die Ansteckungswege korrekt wiedergegeben. Er hatte gesagt, obwohl die meisten Ansteckungen in der Familie und am Arbeitsplatz erfolgten, sei die Kontrolle von Clubs und Bars wichtig, da es dort schnell zu einem Massenausbruch kommen könne.

Für Taskforce-Chef Ackermann ist der Fehler zwar unglücklich, aber nicht das Hauptproblem, wie er am Montagnachmittag Radio SRF sagte. "Es ist absolut zentral, dass man weiss, wer sich wo ansteckt", sagte er. Dies sei Voraussetzung dazu, dass gezielt interveniert und Massnahmen auf die Bedürfnisse zugeschnitten werden könnten.

"Wir sind noch nicht da. Und das ist meiner Meinung nach das grössere Thema", sagte er weiter. In der Abend-Sendung "Echo" von Radio SRF warnte Ackermann, die Lage sei "heikel" wegen der ansteigenden Zahl von Coronavirus-Neuansteckungen.

mk

(AWP)