Bahn-Spitzentreffen wegen Sperrung der Rheintalstrecke

Die Spitzen von SBB und Deutscher Bahn (DB) haben sich am Montag in Bern wegen der gesperrten Rheintalstrecke getroffen. SBB-Chef Andreas Meyer und DB-CEO Richard Lutz diskutierten die Sofortmassnahmen. Diese wirkten zu langsam und eine bessere Vorbereitung auf ähnliche Ereignisse sei nötig, lautet das Fazit.
12.09.2017 16:54

Die Schliessung der Strecke Basel-Karlsruhe bei Rastatt wegen der Gleisabsenkung in einem dortigen Tunnel stelle den Güterverkehr vor grosse Herausforderungen, teilte die SBB am Dienstag mit. Die Sperre bleibe voraussichtlich bis am 7. Oktober bestehen.

Als Sofortmassnahme werden Lokomotivführer flexibler eingesetzt und Baustellen zeitlich verschoben. Über Alternativrouten können die Güter aber nur mit grossem logistischem Aufwand befördert werden. Die Chefs der betroffenen Bahnen SBB, DB, ÖBB und SNCF riefen deshalb eine Taskforce ins Leben.

Seither analysierten sie die Lage und setzten ein Konzept um, um die beschränkten Kapazitäten im Nord-Süd-Korridor optimal zu nutzen. Das Paket soll vorangetrieben werden, wie Lutz und Meyer bekräftigten. So werde weiteres Lokpersonal für die Ausweichrouten ausgebildet.

Dank der vorgezogenen Eröffnung der Gäubahnlinie am 6. September können Güter- und Personenzüge wieder durchgehend verkehren. Das stabilisierte den Fahrplan. Aktuell gibt es sechzig Zugfahrten im Tag. Der Gütertransport auf der Schiene soll von aktuell 30 auf 50 bis 60% gesteigert werden.

Als Lehre aus dem Vorfall sollen die europäischen Bahnen schneller Ausweichrouten definieren sowie den flexiblen Personaleinsatz und den Datenaustausch verbessern. Zusätzlich sollen Baustellen und Trassenplanung besser aufeinander abgestimmt werden.

(AWP)