Bahrain gibt Katar alleinige Schuld für Krise am Golf

Das Königreich Bahrain gibt Katar die alleinige Schuld an der Eskalation der Krise um das Golf-Emirat. Alle Vermittlungsbemühungen seien bisher an Katar gescheitert, sagte Bahrains Aussenminister Chalid bin Ahmed Al Chalifa der arabischen Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" (Donnerstag).
08.06.2017 12:09

Die Beziehungen zu dem Nachbarland könnten nur wiederhergestellt werden, wenn die Regierung in Doha ihre Politik ändere. So müsse sich Katar vom Iran distanzieren, der sich gegen die Golfstaaten verschworen habe, um diese zu dominieren.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und andere arabische Staaten hatten am Montag alle diplomatischen Kontakte zu Katar abgebrochen. Die nationalen Fluggesellschaften stoppten den Luftverkehr. Die Nachbarländer schlossen zudem die Grenzen.

Die Ländern werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat (IS) vor. Zudem stossen sie sich an den Beziehungen des Emirats zum Iran. Vor allem das sunnitische Saudi-Arabien sieht Teheran als Erzrivalen.

Kein Land leide so sehr unter Katars Politik wie Bahrain, sagte Aussenminister Chalid. Der in Doha, der Hauptstadt Katars, ansässige Sender Al-Dschasira zeichne ein schlechtes Bild von Bahrain.

Das Königreich hat eine schiitische Bevölkerungsmehrheit, wird aber von Sunniten regiert. Beim arabischen Aufstand 2011 kam es zu Protesten vor allem von Schiiten, die die Führung mit saudischer Hilfe niederschlagen liess./jku/DP/she

(AWP)