Ban Ki Moon warnt vor Ausbreitung der IS-Miliz in Nordafrika

New York (awp/sda/afp) - UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat vor einer Ausbreitung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordafrika gewarnt. Eine derartige Ausbreitung und Neuaufstellung des IS in Nordafrika "könnte Grund zur Sorge werden".
19.07.2016 07:40

Das schreibt Ban in einem als vertraulich eingestuften Bericht an den Sicherheitsrat, der AFP am Dienstag in New York vorlag. Das Vorrücken libyscher Regierungstruppen auf die IS-Hochburg in der Stadt Sirte könnte dazu führen, dass sich die dortigen IS-Milizionäre "in kleineren und geografisch verstreuteren Zellen in Libyen und den angrenzenden Ländern umgruppieren", schrieb Ban.

So seien Dutzende tunesische IS-Kämpfer bereits aus Libyen in ihr Heimatland zurückgekehrt "mit der Absicht, dort Anschläge auszuführen".

In dem Bericht schätzte er die Zahl der IS-Kämpfer in Sirte derzeit auf 2000 bis 5000. Sie stammten aus Libyen, Tunesien, Algerien, Marokko, Mali und Mauretanien.

Die libysche Küstenstadt Sirte gilt als einer der wichtigsten Stützpunkte des IS ausserhalb von Syrien und Irak. Vor zwei Monaten hat die von der UNO gestützte libysche Übergangsregierung einen Feldzug zur Rückeroberung der Stadt gestartet. Die Niederlage der IS-Kämpfer in Sirte sei nach derzeitigem Stand "wahrscheinlich", schrieb Ban in seinem Bericht.

(AWP)